Im Dschungel von Falsch und Richtig
Theater heute Das Theater und das Berufsbild des Schauspielers haben sich in den letzten Jahren verändert. Über diese Veränderungen und ihre Auswirkungen auf die Ausbildung wollen wir sprechen. Sie, Marion Tiedtke, fangen jetzt als Leiterin der Schauspielschule in Frankfurt an, Michael Börgerding leitet seit 2005 die Theaterakademie in Hamburg, Bernhard Hoestermann vermittelt frisch ausgebildete Schauspieler als Agent, und Thomas Ostermeier ist als Intendant der Schaubühne nicht nur so etwas wie ein Endabnehmer, er unterrichtet auch an der Berliner Ernst-Busch-Schule.
Marion Tiedtke, Sie wollen die Schauspielausbildung neu erfinden. Warum und wie?
Marion Tiedtke Neu erfinden ist sicher zu hoch gegriffen, aber wir stehen in den Hochschulen alle vor der Herausforderung, Bachelor- und Master-Abschlüsse einrichten zu müssen und dafür neue Studienordnungen anzulegen. Das ist ein Anlass darüber nachzudenken, ob die alten Modelle noch stimmen. Ich habe oft den Eindruck, dass sich die Praxis in den Theatern und die Ausbildung viel zu wenig verbinden. Dabei hängt es von den Fächern, den Formen des Spielens, also den Kenntnissen, die wir vermitteln, ab, wie sich das Theater entwickeln ...
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Theater heute Oktober 2007
Rubrik: Flexible Schauspieler, Seite 4
von Eva Behrendt, Barbara Burckhardt, Franz Wille
Es gibt Heerscharen von Schauspielern hier am Rio de la Plata. Sie stehen Abend für Abend auf einer von nahezu vierhundert Bühnen, verdienen mit Schauspielunterricht etwas Geld und halten sich mit anderen Brotjobs über Wasser. Und es gibt diese Mischwesen, die gleichzeitig Autor, Regisseur und Schauspieler sind. Alejandro Tantanian ist einer der bekanntesten. Und...
Sozialstudie, Milieu, Psychogramm. Dazu bestes Schauer- und Schockermaterial und am Schluss eine zünftige Läuterung mit Moralbotschaft. Was hätte das für ein «Tatort» werden können! Im Zeichen des Fadenkreuzes wäre, so lässt sich mutmaßen, die Sache gut ausgegangen. Warum aber musste Albert Ostermaier ein Theaterstück aus dem Stoff machen? «Schwarze Minuten» heißt...
Mal angenommen, Theater funktionierte wie Fernsehen, und die Kundschaft könnte sich durch den Abend zappen, hin und her zwischen Stück und Stück: vom Wissenschaftskrimi zum Melodram, vom Trauerspiel zur Klamotte, vom Kleine-Leute-wollen-hoch-hinaus-Drama direkt mitten mang die Bösewichter im Mafia- und Killer-Thriller. So ähnlich ist «Die Dummheit» konzipiert und...
