«Ich will Stille erzeugen»

Ein Gespräch mit Michael Haneke über die Dreharbeiten zu seinem Film «Das weiße Band», die Arbeit mit Kindern und das Problem, Vergangenheit in Drehorten und Kostümen wieder sichtbar zu machen

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Thomas Assheuer Herr Haneke, für Ihren Film «Das weiße Band» sind Sie mit Lob überschüttet worden, in Cannes gab es 2009 dafür die Goldene Palme, und den Europäischen Filmpreis haben Sie auch bekommen. Vor allem für die Kinderszenen hat man sie gefeiert. Wie haben Sie die Kinder gefunden? 
 

Michael Haneke Es war viel Arbeit. Wir wollten ja nicht nur begabte Kinder finden, was schwierig genug ist, wir wollten Gesichter finden, wie man sie von den Fotos dieser Zeit kennt. Alles in allem haben wir in einem halben Jahr mehr als siebentausend Kinder gecastet.

 
 

Assheuer Aber es gibt doch Agenturen. 
 

Haneke Die haben wir als erstes abgeklappert, aber die Auswahl war gering. Dann haben wir dort, wo der Film gedreht werden sollte, in der Prig­nitz (Brandenburg), Zeitungsanzeigen geschaltet und Radioauf­rufe senden lassen. Alle Dörfer der Gegend wurden abgegrast. Wenn wir einige Kinder interessant fanden, hat mein Team sie ein zweites Mal aufgesucht, einen Text sprechen lassen und sie dabei gefilmt. Ich habe mir dann die engere Auswahl auf den Videos angesehen. Natürlich haben wir zusätzlich in allen großen Städten gesucht, auch im Ausland. Die beiden Kinder des Arztes, Roxane Duran und ...

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Theater heute März 2010
Rubrik: Interview Haneke, Seite 29
von

Vergriffen
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