Ich ist noch ein paar andere
Vier Schauspieler auf dem Besetzungszettel für mindestens fünf verschiedene Versionen eines gewissen «Abulkasem» deuten schon an, dass in Jonas Hassen Khemiris erstem Stück nicht einfach einer nur ein anderer sein kann. Tatsächlich ist jeder mindestens vier oder fünf andere, was im Theater nichts weiter Besonderes ist.
Dass der schlaksige Dreißigjährige, der gerade freundlich lächelnd die erweiterte Kantine der Münchner Kammerspiele betritt, allerdings gleich behaupten wird, einen ganzen Haufen Identitäten zu besitzen und damit keineswegs falsche Pässe meint, ist ein wenig erklärungsbedürftig.
Jonas Hassen Khemiri wurde 1978 in Stockholm geboren, ist dort aufgewachsen, zur Schule gegangen und besitzt etwas, das man im angespannt vorurteilsfreien Politdeutsch seit einiger Zeit «Migrationshintergrund» nennt. Dieser besteht – zumindest von der schwedischen Mutter und seiner skandinavischen Staatsbürgerschaft aus betrachtet – aus einem tunesischen Vater, mit dem er meistens Französisch redet. Khemiri selbst spricht daneben noch Schwedisch, Englisch, gebrochen Arabisch und betrachtet sich identitätspolitisch, so sagt er nicht ohne Stolz, als Romancier, was nach zwei Erfolgsromanen ...
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