Hirn raus, Hirn rein

Philipp Löhle «Das deutsche Haus» (U) am Deutschen Theater Göttingen

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In einer Burschenschaft kann man maßlos Bier trinken und der Karriere in geselliger Atmosphäre auf die Sprünge helfen, ohne dass ein so böses Wort wie Korruption fallen müsste. Vitamin B oder Vetternwirtschaft klingen da schon besser. Beides wird auch für Lukas Adler wichtig, wenn er zum ersten mal in Göttingen ankommt. Der hoffnungsfrohe Studienanfänger kann mit seinem Spitzenabi zwar sofort bei den Juristen durchstarten, muss allerdings zuerst eine Bleibe finden. Der junge Mann geht die Sache innovativ an und rein ins Theater.

Dort sitzt schließlich die bürgerliche Mitte, in deren Häusern unter Umständen noch eine Dachkammer oder eine Souterrain-Nische frei ist.

Christoph Türkay turnt in der Uraufführung von «Das deutsche Haus» charmant durchs Publikum, vermietungswillig zeigt sich allerdings niemand. So kommt es, dass ein anderer junger Mann mit Namen Björn (Andrea Strube), scheinbar ein Theaterangestellter, ihn rauswerfen will, plötzlich aber umschwenkt und meint, er habe da was: «15qm. 100€ Miete. 50€ Nebenkosten» inklusive einer superschnellen Glasfaser und allseits verfügbarem Bier. Gesagt, getan, schon stehen die beiden auf der Bühne (Thomas Rump), wo das Spiel im Spiel ...

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Theater heute Mai 2025
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Jürgen Berger

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