«Ich bin immer noch derjenige, der entscheidet»

Ayad Akhtar im Gespräch über sein Stück «Der Fall McNeal», warum Trump gewählt wurde, was ChatGPT für Kunst und Literatur bedeutet, über Identitätspolitik und warum man als Schriftsteller auch gemein sein muss

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Theater heute Als wir uns das letzte Mal getroffen haben im Sommer 2018 war Trump in der Mitte seiner ersten Wahlperiode. Jetzt sind wir am Anfang von Trump 2. Was hat sich verändert? 
Ayad Akhtar Ich denke, der Niedergang der römischen Republik ist eine gute Vorlage für das, was gerade geschieht. Was man aus dem Vergleich lernen kann: Es gab einen schrittweisen Zerfall der politischen Kultur über etwas 150 Jahre, und es gab in dieser Zeit viele Versuche, diesem Zerfall entgegenzuwirken.

Aber jeder dieser Versuche hat die Auflösung eher beschleunigt. Und genau das ist in den letzten sechs, sieben Jahren passiert. Zum Beispiel der 6. Januar 2020: Wir dachten, wir hätten die Konsequenzen daraus gezogen. Es gab Untersuchungen im Kongress, es gab juristische Konsequenzen. Und heute? Der 6. Januar ist nur der Vorbote dessen, was noch passieren kann. Oder der Überfall auf Paul Pelosi von einem Verrückten mit einem Hammer: das könnte direkt aus den Annalen des Tacitus kommen. Genau die gleiche Situation. Ich denke, dieser Auflösungsprozess dauert schon lange und beschleunigt sich. Was ihn aufhalten könnte? Eine echte politische Vision. Aber die ist nicht in Sicht. Die Demokraten haben sie ...

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Theater heute Mai 2025
Rubrik: Das Stück, Seite 50
von Eva Behrendt und Franz Wille

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