Hip-Hop-School of Wagner
Der japanische Regisseur und Visual Artist Akira Takayama hat fürs Frankfurter Künstlerhaus Mousonturm im Dezember das zehntägige «Wagner Project» erarbeitet, bei dem gemeinsames Lernen und die Bildung einer HipHop-Community im Zentrum standen. Von Wagners «Die Meistersinger von Nürnberg» wurde nur der Sängerwettstreit übernommen. In einer Public Audition wurden aus über 70 Aspiranten 18 Rapper*innen für die «School of Hip Hop» ausgewählt und in Workshops die Kenntnisse der «Wagner-Crew» in Freestyle Rap, Songwriting und in der Geschichte des Hip-Hop vertieft.
Dabei vermittelten Art Director Mikis Fontagnier und Videoproducer Sunny Bizness Basiswissen, wie man Musikvideos realisiert, vor allem wenn das Budget nicht gerade üppig ist. Fontagnier führte aus, er werfe stets eine Fläche ins Musikvideo hinein, die jeder interpretieren könne, wie sie/er wolle, aber nie sei die Fläche leer. Wie in der Subkultur üblich, wurde aufs kreative Potenzial verwiesen, das bescheidene Mittel nicht als Hindernis, sondern als Chance sieht.
Fontagnier drehte mit einem hochauflösenden Smartphone, das ein Mitglied der Crew zur Verfügung stellte, ein Video, das sogleich bearbeitet und ins Netz ...
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Theater heute Februar 2020
Rubrik: International, Seite 49
von Klaus Dermutz
Die drei Künstlerfiguren, um die herum sich nacheinander die Kulturkämpfe von Thomas Melles «Ode» entfalten, sind eines schon mal nicht oder zumindest nicht in reinster Form: weiße, heterosexuelle Normalmänner aus dem Bürgertum. Die Konzeptkünstlerin und Direktorin der Kunstakademie Anne Fratzer, die die Öffentlichkeit mit einer unsichtbaren Luft-Skulptur unter...
Das sagt man gerne so dahin: Beim Geld höre die Freundschaft auf. Für Resi, Mitte 40, ist der Spruch aber bittere Realität geworden. Die Ich-Erzählerin aus Anke Stellings Roman «Schäfchen im Trockenen» wird mit ihrem Künstler-Mann und den vier Kindern von Kumpel Frank schlichtweg vor die Tür gesetzt. Untermietvertrag gekündigt! Rache ist bekanntlich süß. Die...
Ohrenbetäubendes Unheilsdröhnen, Gewitterbeats und elegisches Gewummer. Dazu dreht sich ein metallbeschlagenes viereckiges Monstrum in der Bühnenmitte, um das sich auf Kniehöhe eine kleine Sünderbank schlängelt. Das Licht im neblig trüben Raum kommt nur funzelig von oben und leuchtet steil wie in eine Untergangskathedrale. Drunten auf dem Bühnenboden kringeln und...
