Heiter in die Not

Anton Tschechow «Der Kirschgarten» am Schauspielhaus Bochum

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Aufs Liebevollste wurde das Gutshaus von den Werkstätten mit Patina versehen. Das pittoresk heruntergekommene Landhaus von Zsolt Khell mit fleckigen Gardinen, altem Kinderspielzeug und 60er-Jahre-Sesseln ist nur noch ein Symbol vergangener Erinnerungen, zu groß, sperrig und uneffizient für die Gegenwart – und so staubig, dass fast der Niesreiz in die Nase steigt.

Kein Wunder, dass sich die aus Paris zurückkehrende urlaubsgebräunte Gutsbesitzerin mit flottem Kurzhaarschnitt und Pelz nur ganz oberflächlich mit nostalgischen Gefühlen aufhält.

Bettina Engelhardt zeigt die Ranjewskaja flatterhaft, kindlich und zerstreut – lieber wird die Mähne des Spielzeugpferds geflochten, als sich mit der Realität zu konfrontieren, die Kaufmann Lopachin unermüdlich verkünden will. Hinter gemütlicher Strickjacke hält sich Martin Horn als Ranjewskajas Bruder vornehm-bieder heraus, und auch ihre Tochter Anja (Sarah Grunert) ist eine Luxus-Göre, die sich unbedarft und selbstbezogen durchplappert und schon gar nicht für die Heiratspläne ihres hektischen Girlie-Stubenmädchens (Juliane Fisch) ein Ohr hat, sich aber trotzdem den ewigen Studenten Pjotr (Torsten Flassig) als Liebhaber hält, dessen politische ...

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Theater heute Oktober 2015
Rubrik: Chronik, Seite 63
von Dorothea Marcus

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