Hauptberuf Tochter

Zum Tod von Barbara Brecht-Schall

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Barbara Marie Brecht-Schall, die Ende August dieses Jahres im Alter von 84 Jahren starb, war nach dem Tod ihrer Mutter Helene Weigel (1971) die bei wichtigen Entscheidungen maßgebliche, nach dem Tod von Stefan Brecht und Hanne Hiob alleinige Hüterin des Erbes ihres Vaters Bertolt Brecht. Sie galt als sehr schwierige, nicht genügend kompetente und in künstlerischen Dingen nicht differenziert abwägende Verhandlungspartnerin.

Unerfreulich war ganz besonders ihre Haltung in den 1970er Jahren gegenüber Ruth Berghaus und deren Leistung als Intendantin des Berliner Ensembles und speziell gegenüber den beiden neue Wege gehenden Inszenierungen «Frühlingserwachen» und «Fräulein Julie» des Regiegespanns Tragelehn/Schleef. «Sowas hätte Papa nie zugelassen», verkündete sie mit schnippischer Arroganz und betrieb den Rauswurf der Künstler, die dem BE endlich wieder künstlerische Glanzlichter aufgesteckt hatten.

Barbara Brecht nahm damals auch ihrem Mann, dem großartigen Schauspieler Ekkehard Schall, viel von seiner schauspielerischen Experimentierlust und abenteuerlichen Behändigkeit. Sie bremste ihn in seinem Wagemut und Widerspruchsgeist. Als er in Basel erstmals mit Hanne Hiob einen ...

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Theater heute Oktober 2015
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Klaus Völker

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