Heilbronn: Hyperaktive Apathie

nach Houellebecq «Unterwerfung»

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Den Segen für seine Unterwerfung holt sich François direkt bei Edith Piaf ab: «Je ne regrette rien» lässt er den Spatz von Paris trällern, während er über seine Zukunft in der islamischen Republik Frankreich sinniert, über seine Aussichten auf eine äußerst gut bezahlte Dozentenstelle an der Sor­bonne und auf drei Ehefrauen, gipfelnd in seinem Fazit: «Ich hätte nichts zu bereuen.

» Axel Vornams Bühnenadaption und Inszenierung des vor drei Jahren erschienenen und heftig diskutierten Romans von Michel Houellebecq unterstreicht die satirischen Aspekte der Geschichte, die im Frankreich des Jahres 2022 spielt und sich darum dreht, dass ein Wahlsieg des Front National nur durch einen Zusammenschluss aller anderen Parteien zu verhindern ist ­– weshalb ein muslimischer Kandidat zum Präsident gewählt wird.

Die dadurch einsetzende Islamisierung Frankreichs ist einerseits ein literarisches Spiel mit kollektiven Ängsten in Westeuropa, andererseits sarkastische Kritik: Bei Houellebecq sind die ersten und eifrigsten Kollaborateure mit der neuen Regierung ausgerechnet die zuvor äußerst islam­kritisch aufgetretenen Rechtsintellektuellen, die hier eine Chance sehen, ihre Vorstellungen von einer ...

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Theater heute April 2018
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Andreas Jüttner

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