Hausgemachte Rechnerromantik

Mit Luis August Krawens Animationsfilm «Planet Magnon» nach dem Roman von Leif Randt sind die Münchner Kammerspiele unter die Filmproduzenten gegangen

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Das Geheimnis guter Science Fiction liegt in der richtigen Mischung aus sozialer und szenischer Fantasie. Kein Plot überzeugt ohne entsprechendes Design. Dabei kann auch ein Gesicht wie eine Landschaft wirken und die Oberfläche eines fernen Planeten ein intensives Gefühl vermitteln. Normalerweise arbeiten bei der virtuellen Gestaltung filmischer Set Designs ganze Produktionsfirmen, zumindest aber vielköpfige Technikteams zusammen.

Nun hat jedoch der Videokünstler und 3D-Animateur Luis August Krawen im Auftrag der Münchner Kammerspiele und in Kooperation mit dem Filmfest München an seinem Rechner quasi im Alleingang eine virtuelle Welt erschaffen, in die Schauspieler:innen des Ensembles mittels Motion-Capture-Verfahren von vornehmlich Großaufnahmen mit unmerklich oberflächenverfremdeten Gesichtern hin -einkopiert wurden – mit der kalkulierten Sugge -stionskraft eines Arthouse-Computerspiels und einigen inhaltlichen Fragezeichen.

Die positive Nachricht zuerst: Es scheint noch einmal gutgegangen zu sein! Das ist das eigentlich Ungeheuerliche an der Zukunftsvision, die Leif Randt in seinem Roman «Planet Magnon» aus dem Jahr 2017 entwirft und Krawen in eine Filmvision von ...

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Theater heute November 2024
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Silvia Stammen

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