Hausgemachte Rechnerromantik
Das Geheimnis guter Science Fiction liegt in der richtigen Mischung aus sozialer und szenischer Fantasie. Kein Plot überzeugt ohne entsprechendes Design. Dabei kann auch ein Gesicht wie eine Landschaft wirken und die Oberfläche eines fernen Planeten ein intensives Gefühl vermitteln. Normalerweise arbeiten bei der virtuellen Gestaltung filmischer Set Designs ganze Produktionsfirmen, zumindest aber vielköpfige Technikteams zusammen.
Nun hat jedoch der Videokünstler und 3D-Animateur Luis August Krawen im Auftrag der Münchner Kammerspiele und in Kooperation mit dem Filmfest München an seinem Rechner quasi im Alleingang eine virtuelle Welt erschaffen, in die Schauspieler:innen des Ensembles mittels Motion-Capture-Verfahren von vornehmlich Großaufnahmen mit unmerklich oberflächenverfremdeten Gesichtern hin -einkopiert wurden – mit der kalkulierten Sugge -stionskraft eines Arthouse-Computerspiels und einigen inhaltlichen Fragezeichen.
Die positive Nachricht zuerst: Es scheint noch einmal gutgegangen zu sein! Das ist das eigentlich Ungeheuerliche an der Zukunftsvision, die Leif Randt in seinem Roman «Planet Magnon» aus dem Jahr 2017 entwirft und Krawen in eine Filmvision von ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute November 2024
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Silvia Stammen
AALEN, THEATER
17. Ende, Momo
R. Tonio Kleinknecht
23. von Kürthy, Mondscheintarif
R. Julius Max Ferstl
AACHEN, DAS DA THEATER
1. Hollendieck, Karaoke für zwei
R. Maren Dupont
14. Strauch, #DieWelle24
R. Tom Hirtz
AACHEN, THEATER
15. Maeterlinck, Der blaue Vogel
R. Helga Lázár
16. nach Poe, Der Untergang des Hauses Usher
R. Wilke Weermann
ALTENBURG/GERA, THEATER
8....
Vielleicht ist es der gelegentliche Schneesturm, der über die Bühne zieht, verwaschen, grau und sichtbar nasskalt. Vielleicht ist es das Akkor -deon, das manchmal eine Tango-Melodie anstimmt. Vielleicht ist es das einsame Bild des in die Jahre gekommenen Wohnwagens, der am hinteren Rand der Bühne steht. Und aus dem, neben Klarinettenklängen, jenes Akkordeon ertönt...
Stressfrei ist Stefan Bachmanns Start an der Burg nicht über die Bühne gegangen. Einige der ersten Premieren seiner Direktion waren vom Pech verfolgt. Für den Eröffnungs-«Hamlet» (TH 10/2024) hatte der angekündigte Star, Ifflandring-Träger Jens Harzer, schon vor dem Sommer abgesagt. Zum Premierenapplaus kam Regisseurin Karin Henkel dann auch noch mit Beinschiene...
