Außenbetrachtung der Innenbetrachtung

Thomas Köck «Chronik der laufenden Entgleisungen» (U) im Schauspielhaus Graz/Wien

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Die Entstehungsgeschichte beschreibt Thomas Köck zu Beginn so: »Eigentlich hatte ich B zugesagt, ein Jahr österreichischer Innenpolitik, also das eine Jahr vor den kommenden Nationalratswahlen, zu ‹begleiten› oder zu betrachten, eine Art fortlaufende, politische Bestandsaufnahme als Grundlage für einen Theaterabend, nicht mit dem Wunsch, eine knallharte Analyse zu liefern, sondern eher eine Art Außenbetrachtung der Innenbetrachtung der Außenbetrachtung der inneren Verhältnisse eines Landes, dessen Rechtsneigung ich mittlerweile auch nicht mehr besonders witzig finde.

»

Mit B ist die Regisseurin Marie Bues gemeint, die seit einem Jahr Co-Intendantin am Wiener Schauspielhaus ist. Dieses hat, zusammen mit dem Grazer Schauspielhaus, den Autor mit einem Theatertext zur Lage der Nation beauftragt. Das Projekt ist dann wohl etwas aus dem Ruder gelau -fen, Köcks politisches Tagebuch, das er genau ein Jahr lang, von Juni 2023 bis Juni 2024, geführt hat, umfasste am Ende mehr als 350 Seiten; Suhrkamp brachte es als Prosaband in den Buchhandel. Genau eine Woche vor der oben erwähnten Nationalratswahl, bei der die rechtsextreme FPÖ erstmals stimmenstärkste Partei werden sollte, ging in Graz ...

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Theater heute November 2024
Rubrik: Chronik, Seite 61
von Wolfgang Kralicek

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