Hardware, Software, Notwehr
Warwara sucht Ruhe. Dafür ist sie in die Schweizer Berge gekommen. Doch auch wenn sich das Treffen, zu dem ihr Mann Sergej Bassow geladen hat, «Retreat» nennt und von «Digital Detox» die Rede ist – richtig ernst nimmt das keiner. Schließlich findet sich hinter jeder Ecke ein Laptop, unter jedem Stuhl ein iPhone. Aber Warwara meint es ernst mit ihrem Vorhaben: Am Schluss wird sie alle anderen als unechte Menschen entlarvt haben. Sie bringt sie alle um ihre digitale Existenz, vernichtet Identitäten, sperrt Kanäle, löscht Profile. Und hat nun endlich ihre Ruhe.
Am Anfang und am Schluss liegt Annika Meier im Liegestuhl vor dem Bergidyll. Um sie herum – Schweigen. Ist auch sie in einem Loop gefangen?
Ruhe und Schweigen gibt es dazwischen, in den 280 Minuten «Sommergäste» im Basler Schauspielhaus, allerdings selten. Auch in Maxim Gorkis Originaltext wird pausenlos geredet, gestritten, diskutiert und debattiert. Ebenso in der Überschreibung, die Dietmar Dath verfasst und Stefan Pucher inszeniert hat. Und wie bei Gorki ist etwas in dieser idyllischen Schweiz faul: Es kann noch als Gag durchgehen, dass von Davos die Rede, aber das Matterhorn zu sehen ist – das ist 192 Kilometer Luftlinie ...
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Theater heute April 2024
Rubrik: Aufführungen, Seite 22
von Valeria Heintges
Das Leben als Kulturstaatsministerin ist eine große Herausforderung. Zum Beispiel das Kunststück, bei der Berlinale-Preisverleihung gleichzeitig zu klatschen und nicht zu klatschen. Als «No Other Land» des Israelis Yuval Abraham und des Palästinensers Basel Adra ausgezeichnet wurde, sprach Abraham von einer israelischen Politik der «Apartheid», und Adra warf der...
Sprachlos! Gar nichts sagen? Nein, das kann ich nicht, auch wenn ich mich so fühle, aber ohne Worte dich gehen lassen möchte ich, will ich nicht. Denn wir haben doch so viel ge -sprochen, und so viele Worte hast du geschrieben, die mich so berührt, so überrascht, so zum Lachen gebracht haben.
Was hast du geschrieben und geschrieben, jeden Tag, jeden Tag brachtest...
Surprise: wir haben also das Feudalsystem nie verlassen – welcome im Bad Kingdom Germany.» So heißt es gegen Ende von Falk Richters Schaubühnen-Abend «Bad Kingdom». Als Resümee in einem längeren Monolog zur wachsenden Vermögensungleichheit im Land. Deutschland – ein mieses Königreich, ein Land der schlecht verteilten Chancen.
Der Claim könnte gut als Motto über...
