Hamburg: Die große Premiere
Man kann sich Nina Ender als Kindergärtnerin vorstellen. Sie wuselt durch den Raum, sie organisiert Sitzgelegenheiten («Stefan, haben wir noch irgendwo Ersatzstühle?»), sie führt ein Kasperltheaterstück auf. Nur eben als Kindergärtnerin, die dem Wahnsinn verfallen ist: Das Kasperltheater hat keine Struktur und keinen Witz, die Kleinen werden unruhig, und in den Augen der Pädagogin beginnt es zu flackern. Wenn gleich noch jemand dazwischenquatscht, wird es ein Massaker geben.
Seit vier Jahren bringen Autorin Ender und Regisseur Stefan Kolosko theatrale Installationen auf Kampnagel zur Aufführung, die formal als Refugien vor jeweils einer spezifischen Problemstellung fungieren. «Hamletanstalt» handelte von Alter und Demenz, «Parzivalpark» von pränataler Diagnostik, und in «Faustfestung» geht es um Bildung. Motiviert wurde das Thema durch einen «Zeit»-Artikel von der damals 17-jährigen Gymnasiastin Yakamoz Karakurt, die 2011 unter dem Titel «Mein Kopf ist voll» beklagte, dass der Lernstoff während zwölf Schuljahren schon allein quantitativ dem jungen Leben im Weg stünde. «Was bringt es mir, wenn ich die chemische Formel von Cola kenne?», klagte Karakurt. «Was bringt mir dieses unnötige ...
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Theater heute Juni 2015
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Falk Schreiber
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Florian Malzacher Letztlich hatte der Schock eine positive Wirkung – denn nun haben alle Partner gemeinsam mit dem Festivalträger NRW Kultursekretariat ein nachhaltiges Konzept entwickelt:...
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