«These gibt es erst mal keine»

Stefan Schmidtke, der neue Schauspielchef der Wiener Festwochen, hat in Moskau Regie studiert und ist trotzdem kein Regisseur geworden.

Wolfgang Kralicek Herr Schmidtke, Sie haben bisher hauptsächlich für Festivals gearbeitet, unter anderem waren Sie unter Schauspieldirektorin Marie Zimmermann Dramaturg bei den Wiener Festwochen, Neugründer des Festivals Theaterformen in Hannover und Braunschweig und Programmleiter der Kulturhauptstadt Tallinn 2011. Zuletzt aber waren Sie am Staatstheater tätig, als leitender Dramaturg in Düsseldorf.

Waren Ihre Erfahrungen dort so schlimm, dass Sie nun wieder in den Festivalbetrieb geflüchtet sind?

Stefan Schmidtke Um eine lange Geschichte kurz zu machen: Es gibt funktionierende Strukturen, in denen man gut arbeiten kann. Und es gibt Strukturen, wo man feststellt, dass sie nicht funktionieren. Im Rückblick war meine wichtigste Aufgabe am Düsseldorfer Schauspielhaus letztlich, herauszufinden, warum es nicht funktioniert. 

 

WK Haben Sie es herausgefunden?

 

Schmidtke Wenn man an einen Apparat künstlerische Ansprüche stellt – keine überzogenen, sondern ganz normale –, und dieser Apparat dann auseinanderbricht, merkt man, dass da etwas grundsätzlich nicht stimmt. Die Folgen sind bekannt. 

 

WK In Düsseldorf scheint es das Theater überhaupt schwer zu haben. Was ist Ihre ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Juni 2015
Rubrik: Festivals, Seite 44
von Wolfgang Kralicek

Weitere Beiträge
Das Ende der Zentralperspektive

Der Titel würde auch zu einem Fan­tasy-Blockbuster oder einem Com­puterspiel passen, in dem es um archaische Gemetzel und endlose blutige Machtkämpfe geht. Doch diese «Dark Ages» gehören keinen ominösen Cyberwelten und auch keiner sagenhaften Vergangenheit an. Die dunklen Zeiten, die hier zur Debatte stehen, sind Teil unserer eigenen europäischen Realität, Gemetzel...

Hamburg: Völker, zur Sonne!

August Engelhardt hatte das Pech der frühen Geburt. Der 1875 geborene Gründer des Sonnenordens, der von 1902 bis zu seinem Tod 1919 auf der eigens erworbenen Insel Kabakon in der Kolonie Deutsch-Neuguinea lebte, wäre dort hundert Fortschrittsjahre später wohl weniger einsam geblieben. «Heitere, jauchzende Sonnenkinder, die nichts zu ihrem Leben brauchen als...

Ende der Bestenschau

Dorothea Marcus Florian Malzacher, ist das Festival, das nach Ausstieg der Kunststiftung NRW in den letzten Jahren lautstark um seine Existenz rang, jetzt nachhaltig gesichert? 

Florian Malzacher Letztlich hatte der Schock eine positive Wirkung – denn nun haben alle Partner gemeinsam mit dem Festivalträger NRW Kultursekretariat ein nachhaltiges Konzept entwickelt:...