«Hallo?! ... Hörst du mich noch?!»
Okay, es ist dunkel, nasskalt und windig, und ausgerechnet jetzt soll ich spazieren gehen. Freiwillig würde ich bei so einem Wetter ja keinen Fuß vor die Tür setzen, aber ich bin verabredet, also führt kein Weg drumrum. Genauer gesagt habe ich mich zum sogenannten «BE Walk Spezial» angemeldet, einem Spaziergang auf Distanz, mit dem das Berliner Ensemble sein Publikum während der coronabedingten Theaterschließungen bei Laune halten will. Ein ähnliches Format hatte das Haus auch schon im Frühjahreslockdown angeboten.
Damals durfte man sich allerdings noch von Angesicht zu Angesicht treffen, um beim gemeinsamen Flanieren mit einem Unbekannten über Gott, die Welt und das Theater zu sprechen.
Wegen der hohen Infektionszahlen hat das BE sein Format nun noch einmal modifiziert: Jetzt soll man schön alleine spazieren gehen und sich dabei mit einem per Los zugeteilten Theatermitarbeiter via Handy unterhalten. Na, das kann ja heiter werden, denke ich, Telefongespräche führe ich gerade eigentlich mehr als genug.
Kurz bevor es losgeht, werden mir noch ein paar Impulsfragen zugeschickt: «Was bedeutet Theater für Sie?» – «Welches Motto würden Sie einer ‹Gesellschaft der Zukunft› in der Sie ...
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Theater heute Februar 2021
Rubrik: Magazin, Seite 59
von Anna Fastabend
Wolfgang Schuch verdanke ich seit langem schon sehr viel. Sein Verlust berührt mich tief, insbesondere weil er einer der ersten Theaterleute außerhalb Kataloniens war, der sich für unsere Dramatik interessierte, sie verstand und wertschätzte. Was gleichermaßen auch für unsere Sprache gilt, für unsere ganze Art, zu sein und zu handeln, für die katalanische Kultur....
Im Winterlockdown produzieren die Theater Konserven. Nicht wie im Frühlingslockdown, als die Theater nur von alten Konserven lebten. Nun werden Vorräte für den Frühling oder Sommer angelegt. Für irgendwann, wenn es wieder losgeht mit der leiblichen Kopräsenz. Die Streaming-Premieren sind nur Geschmacksproben für später Wiederaufzuwärmendes.
So zielt Jürgen Flimms...
Was, wenn die Krise kein Zusammenbruch wäre? Keine Katastrophe, sondern der Anfang von etwas Neuem? Was, wenn die Krise eine Gesellschaft überwinden würde, die gebaut ist auf Abwertung, auf Hass, auf Entfremdung? «Sexualisierte Gewalt, Homophobie, Transphobie!», kann alles weg. Und die neue Welt, die dann beginnt, wäre eine aus cooler Musik, aus Zärtlichkeit und...
