Haben wir eine Wahl?
Einige Jahre nach dem Erdbeben von Kobe im Jahr 1995 schrieb Haruki Murakami eine Sammlung von Kurzgeschichten mit dem Titel «After The Quake» («Nach dem Beben»). Das Buch enthält sechs Erzählungen, deren Protagonist:innen interessanterweise das Erdbeben nicht direkt erlebt haben, sich aber nach dem Beben ihren Traumata stellen mussten.
Ich wurde oft gefragt (sowohl in Hongkong als auch in Deutschland), welcher Schriftsteller mich am meisten beeinflusst, und meine Antwort lautet: Haruki Murakami.
Wenn ich noch ein paar andere nennen darf, stünden noch Garcia Gabriel Marquez, Samuel Beckett, Italo Calvino und Issac Asimov auf der Liste … nach Murakami. Von allen seinen Büchern ist «Nach dem Beben» mein Lieblingsbuch. Ich habe es vor zwanzig Jahren zum ersten Mal gelesen, einige Geschichten sind mir bis heute lebhaft im Gedächtnis geblieben.
Murakamis Entscheidungen
«Landschaft mit Bügeleisen» ist eine einfache, ergreifende und doch erschreckende Geschichte. Junko, ein junges Mädchen, ist von zuhause abgehauen, weit weg in eine Stadt am Meer. Zuvor lebte sie mit ihrem Freund zusammen, der ziemlich rücksichtslos war und mit dem sie wenig gemein hatte. Junko begegnet einem ...
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Theater heute August/September 2022
Rubrik: Lektüresommer, Seite 46
von Pat To Yan
SZENE 0
Eingeblendeter Text:
Im Sommer 2018 war ich in Polen auf der Suche nach Zeugen der Operation Wisła.
Sie sind jetzt schon sehr alt und fast alle sind Frauen. Ihre Geschichten sind fast alle gleich.
«Wir waren auf dem Feld. Dann kam ein Soldat. Er hat gesagt, wir haben eine Stunde zum Packen. Wir kamen zum Bahnhof. Mussten in Viehwaggons einsteigen. Wir...
Zum Beispiel das Kraftwerk Bille. Das liegt in Hammerbrook, im industriellen Hamburger Osten weitab von kultureller Infrastruktur und ÖPNV, ein riesiges, verwinkeltes Fabrikensemble aus dem späten 19. Jahrhundert, das seit dem Ende des Kraftwerksbetriebs weitgehend leersteht. Manchmal bespielt die freie Theaterszene hier Räume, allerdings auf eher prekärem Niveau:...
Doch schon wieder 20 Jahre her, dass US-Rapperin Khia die Community ermächtigte, ihr die Pussy und ähnlich provokante Partien ihres Körpers zu lecken, und zwar gut. Andererseits: Eine geschlechtlich – grob geschätzt – zumindest dreideutige Hindu-Göttin wie Kali streckt dem Patriarchat ja auch seit Jahrtausenden die Zunge raus. Will sagen: Time Gaps hin oder her,...
