Kathrin Röggla; Foto: picture alliance/dpa

Gott ist ein Investor

Kathrin Röggla: «Normalverdiener»

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Es geht um Macht. Der SPD-Kanzlerkandidat verspricht im Falle seines Sieges, die Normalverdiener entlasten und die Reichen zur Kasse bit­-ten zu wollen. Kathrin Rögglas Stück «Normalverdiener» zeigt eine Welt, in der so ein Versprechen als anachronistisch entlarvt werden muss, weil die große sozialde­mokratische Erzählung nicht mehr verfängt und der Kapitalismus in neoliberalen Zeiten damit nicht mehr beschreibbar ist. Da hilft kein «Marx und Luhmannmurx», «… seht es doch endlich mal alle ein!», sagt ein Normalverdiener im Stück.

Nationalstaatliche Lösungen, die die Ungleichheit zwischen Arm und Reich beseitigen könnten, oder politische Strategien von Regierenden, die die Markwirtschaft zu regulieren im Stande wären, sind naive Fiktionen und entfalten wenig Wirkung. Es sind die Erzählungen von individuellem Erfolg und wirtschaftlichem Wachstum, aus denen sich die Machtstrukturen in der heutigen Gesellschaft ableiten, es sind undurchschaubar erscheinende Wucherungen der globalen Finanzmärkte, die unsere Geschicke bestimmen. Nicht einzelne Staaten entscheiden zum Beispiel juristisch über die Arbeitsbedingungen in den einzelnen Ländern, sondern «internationale Schiedsgerichte», die ...

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Theater heute Jahrbuch 2017
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 177
von Remsi Al Khalisi

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