Foto: Reinhard Werner
6000er-Besteigung mit freiem Fall
Der mitteljunge Mann, der da in gediegenem Ganzkörperbeige unruhig an der Rampe auf und ab schreitet, sieht zwar nicht direkt freundlich aus. Aber mit einem derartigen Frontalangriff auf ihr bis dato grundstabiles Zuschauer-Ego hatte die Parkett-Belegschaft des Wiener Akademietheaters vermutlich nicht gerechnet. Hier hocke ja eine personifizierte «Sackgasse» neben der anderen, ätzt Joachim Meyerhoff etwa in der Mitte seines Thomas-Melle-Solos «Die Welt im Rücken» von der Bühne herunter, während er dezidiert schonungsfreien Auges die erste Reihe scannt.
Und weiter hinten werde es – gnadenlos sezierender Panoramablick – naturgemäß noch trostloser.
Die Angesprochenen versuchen – wie man das eben konventionellermaßen tut, wenn dramatische Provokationen durch die vierte Wand fliegen –, leicht verdruckst über die Situation hinwegzulachen. Meyerhoff ist allerdings noch längst nicht fertig. Genau genommen fängt er gerade erst an – indem er mit vital wachsendem Sarkasmus von der Kollektiv- zur Individualattacke übergeht: «Dass Sie in Ihrem Alter immer noch glauben, wenn’s glitzert, ist es teuer, ist ein bisschen armselig, oder?», ranzt er eine Mittsechzigerin an, die sich tapfer lächelnd ...
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Theater heute Jahrbuch 2017
Rubrik: Schauspieler*innen des Jahres, Seite 92
von Christine Wahl
Armin Stummer hat ein Problem. Er scheint terroristische Anschläge regelrecht anzuziehen. Oder auszulösen. Oder ist alles nur ein perfider Zufall? So genau weiß er das selber nicht. Jedenfalls war er im November 2015 in Paris, hat für eine Veranstaltung die Technik aufgebaut, dann in einer Bar ein paar Bier getrunken, als die ersten Schüsse fielen. Geschockt von...
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Tracy Letts, der US-amerikanische Schauspieler, Regisseur und Dramatiker, hat anlässlich des Todes seiner Mutter einen filigranen Text geschrieben – der...
A
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B
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