Goldene Brücken
Sie haben alles richtig gemacht: Gerd, 57, Leitender Ingenieur in einem Baukonzern, liberal, witzig, lösungsorientiert, und Bettine, 51, ehemals im Marketing beschäftigt, reflektiert, empathisch, fürsorglich – er, als er auf eine weitere Stufe der Karriereleiter verzichtete, indem er aus den USA nach Deutschland zurückkehrte, sie, als sie vor zehn Jahren die Berufstätigkeit aufgab, um sich besser ihrem damals neunjährigen Sohn zu widmen; beide, indem sie ungeachtet hier und da auftretender Meinungsverschiedenheiten und Verschleißerscheinungen ein gutes Paar geblieben sind.
Warum ist ihr Sohn Marc dann trotzdem einer geworden, der ein Dreivierteljahr nach seinem mäßigen Abitur nichts hinkriegt «außer Party, Schlafen, Kiffen, Fernsehen, Kühlschrank leerfressen, Party und so weiter …»? Einer, von dem sein Vater sagt: «Ich kann auch einen Pudding nach dem Sinn des Lebens fragen», weil er es müde geworden ist, den Sohn um vier Uhr nachmittags, kaum aufgestanden, vor der Kühlschranktür auf der Suche nach einer Fertigpizza zu treffen, während die Mutter die vermissten Schlüssel aus seiner Hosentasche fischt, ehe sie seine Wäsche wäscht.
Lutz Hübner und seine Co-Autorin Sarah Nemitz, ...
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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 180
von Kekke Schmidt
«It’s not because I’m old
It’s not the life I led
I always liked it slow
That’s what my momma said»
Leonard Cohen
In Bremen höre ich das Nordwestradio, es ist neu aufgestellt, es war mal der Kultursender hier bei Radio Bremen. Jetzt soll er immer seichter und kommerzieller geworden sein, so sagt man hier in Bremen, ich finde das nicht, aber sie spielen immer noch...
Die Hip-Dichte war ganz enorm», mit diesem schönen Satz beginnt eine Theaterrezension der «Zeit» vom 2. Mai 1997. «Ja, es scheint so, als wäre Frank Castorfs Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz bei der Premiere von ‹Trainspotting› der hippeste place in town, denn so viel grünes Haar und Schwarzgewand, so viel Nach-Sartre-Existentialismus hinter den schwarzen...
Ich bin in einer kleinen Stadt mit einem kleinen Stadttheater aufgewachsen und wollte unbedingt Schauspielerin werden, denn im Theater habe ich eben Schauspieler gesehen. Was Regisseure, Dramaturgen oder Intendanten sind, habe ich erst sehr viel später erfahren. Das Gesicht des Theaters waren für mich immer die Schauspieler. So ist es bis heute. Was wäre mein...
