«Give me 9/11 every day!»

Marie Zimmermanns letztes Programm: postdramatisches Theater aus vier Kontinenten bei den Wiener Festwochen

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Manchmal muss man sehr früh aufstehen, um nichts zu verpassen. Als sich an diesem Montagmorgen im Juni ein Grüppchen Menschen beim vereinbarten Treffpunkt im Wiener Museumsquartier eingefunden hat, ist es kurz nach drei Uhr morgens und noch dunkel. Die wackeren Leute sind gekommen, um die Premiere der niederländischen Performance «Het blauwe uur» («Die blaue Stunde») zu erleben.

Um halb vier setzt sich die merkwürdige Gesellschaft in Bewegung; sie wird von einer Assistentin in die malerische Lenaugasse in der nahe gelegenen Josefstadt geführt; vor Ort bekommen die Besucher Holzstühle ausgehändigt, mitten auf der Straße nehmen sie Platz.

Mit der «blauen Stunde» werden jene Tageszeiten bezeichnet, in denen die Sonne Licht spendet, obwohl sie am Firmament nicht zu sehen ist – also kurz vor Sonnenauf- und -untergang. Die Inszenierung der jungen Regisseurin Lotte van den Berg ist so getimet, dass am Ende die Sonne aufgeht; bis dahin passiert allerdings nicht viel. Ein frühmorgendlicher Jogger raucht gierig die erste Zigarette, ehe er sich auf seine Runde begibt; zwei Straßenreiniger parken ihren kleinen Lkw direkt auf der «Bühne» und veranstalten eine Teetassenschlacht; eine ...

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Theater heute August/September 2007
Rubrik: Festivals, Seite 38
von Wolfgang Kralicek

Vergriffen
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