Geteilte Welten
Ein bisschen sieht es aus, als wäre ein Ufo mitten in der Stadt gelandet oder zumindest eine außerirdische Hüpfburg, die auch noch entfernte Ähnlichkeit mit dem Guggenheim-Museum in New York hat. Der aufblasbare Safe Space, den das Wiener Performance-Kollektiv God’s Entertainment anlässlich der 15. Ausgabe des Münchner Spielart-Festivals mitten auf den Max-Joseph-Platz vor Oper und Residenztheater aufgeschlagen hat, ist ein einladendes Irritationsmoment.
In Inneren des «GGGNHM» kann man im Rahmen des Projekts «Deutschkurs – Goethe in 15 Tagen» an Begegnungen und Veranstaltungen zu Migration und Asylpolitik teilnehmen, ein paar Kreuzstiche auf der überdimensionierten «weißen Weste» sticken, die so riesig ist, dass sie nie fertig werden wird, oder im klassisch gelb-schwarzen «Dulden» blättern: ein Wörterbuch ganz anderer Art, das keine Rechtschreibregeln aufstellt, sondern (Rechts-)Sprache als Mittel der Macht analysiert und infrage stellt und dabei noch viele individuelle Geschichten von Flucht und den Hürden des Ankommens im deutschen Behördendschungel erzählt. Gesammelt haben sie die Artivisten von God’s Entertainment vor Ort bei einer Schreibwerkstatt in Zusammenarbeit mit dem ...
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Theater heute Januar 2024
Rubrik: Festival, Seite 50
von Silvia Stammen
Wer ist Anna? Also Anna Sorokin oder Delvey – bei der Frage fängt’s ja schon an. Jene Anna jedenfalls, die sich als Millionenerbin ausgab und vor ein paar Jahren die New Yorker High Society aufmischte. Wie die junge Hochstaplerin Luxushotels, Banken, Freunde und Freundinnen um mindestens 275.000 US-Dollar betrog, war in einem von breitem Medieninteresse begleiteten...
Für Heiner Müller war der «Ui» noch ein abgründiges Stück: «Im ‹Arturo Ui› gibt es viel Mechani -sches, Pennälerhaftes, Travestie», schreibt Müller in seiner Autobiografie, «aber plötzlich kommen böse Stellen, zum Beispiel wenn Givola (Goebbels) zu Roma (Röhm) sagt: ‹Mein Bein ist kurz, wie? So ist’s dein Verstand / Jetzt geh mit guten Beinen an die Wand.› Das sind...
Über mehrere Leinwände flimmern Bilder von Kriegen, Umweltkatastrophen und berühmten Leuten. Sie sind so omnipräsent, dass das Theater daneben bedeutungslos erscheint, so die Diagnose von Leander Haußmann und Ensemble in «Läuft!». Die Inszenierung ist laut Ankündigung eine Stückentwicklung, in der sich Regisseur und Darsteller:innen gemeinsam auf die Suche nach dem...
