Auf Sprachsuche
Damaskus, Beirut, Istanbul, Cos, Athen, Sarajevo, Zagreb, Salzburg, München, Köln»: Adam Abbas, ein schlaksiger junger Lockenkopf, zählt mit rauer Stimme die Stationen seiner Flucht aus Syrien auf. «Mein Zwillingsbruder Jad und ich sind die Jüngsten. Wir sind alleine nach Deutschland geflohen», fährt er fort.
Dass Abbas über seine Flucht als 15-Jähriger nicht mehr erzählt in der Premiere der Theateradaption von Fatma Aydemirs Erfolgsroman «Dschinns» im September 2023, dass er die Angst, das Albtraumhafte weglässt, ist eine Regieentscheidung von Bassam Ghazi.
«Es wäre so einfach auszunutzen, dass die Spieler:innen mir vertrauen», sagt der Regisseur im Gespräch über seine Arbeit. Ghazi, 49, leitet seit 2021 zusammen mit Dramaturgin Birgit Lengers das Stadt:Kollektiv, die partizipative Sparte des Schauspiels Düsseldorf. Biografisch und erfahrungsorientiert mit politischen Stoffen zu arbeiten, ist eine Konstante in seinen Inszenierungen wie «Working Class», «Ist mein Mikro an?» und «Solingen 1993». Sie fallen auf, weil sie durchlässig sind, nahbar, aber eben nicht voyeuristisch.
Es hat etwas Befreiendes, wenn die Spieler:innen, allesamt Laien, Expert:innen des Alltags, im ...
BASSAM GHAZI, geboren 1974 in Beirut, aufgewachsen in Berlin- Neukölln, hat u.a. am GRIPS Theater Berlin, COMEDIA Theater Köln und für das Forum Ziviler Friedensdienst in Beirut gearbeitet, bevor er von 2015 bis 2021 Künstlerischer Leiter des Import Export Kollektivs am Schauspiel Köln wurde. Seit dieser Spielzeit leitet der Regisseur und Theaterpädagoge gemeinsam mit Birgit Lengers das Stadt:Kollektiv am Düsseldorfer Schauspielhaus
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Theater heute Januar 2024
Rubrik: Akteure, Seite 26
von Cornelia Fiedler
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