Gesamtkunstwerk in Bruchstücken

Das Münchner Spielart Festival steht auch nach 30 Jahren für künstlerische Kommunikation über Generationen und Grenzen hinweg

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Es ist nicht immer der große Wow-Effekt, der am längsten in Erinnerung bleibt.

Wobei auch der seinen Reiz haben kann: Wenn sich in «Ocean Cage» von Tianzhuo Chen zur Eröffnung des Münchner Spielart Festivals 2025 alles um Wind und Walfang dreht und nach einer Stunde im immersiven Sturmgebraus – zwischen historischen Dokumentaraufnahmen der in -digenen Jagd auf Holzbooten, spirituellem (Klang-) Dekor und KI-bearbeiteten Meeresbildern – ein graues Stück Stoff zu einem riesigen Pottwal in Lebensgröße aufgeblasen wird, in Tuchfühlung sozusagen mit dem flanierenden Publikum in der Muffathalle. Mittendrin fühlt man sich bei aller rationaler Skepsis unweigerlich berührt von der Illusion eines gemeinsamen Erlebens um den halben Erdball herum, wenn sich der indonesische Tänzer Siko Setyanto im Schamanenkostüm, gerade noch im Video an einer pazifischen Küste unterwegs oder gar mit den Meeressäugern tauchend, jetzt unters europäischem Kunstvolk mischt und dabei seine wilde Trance zum Party-Antanz umfunktioniert.

Virtuos spielt der zwischen Beijing, Shanghai und Berlin produzierende bildende Künstler Tianzhuo Chen mit westlichen Erwartungshaltungen und unterwandert sie in seiner multimedialen ...

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Theater heute Januar 2026
Rubrik: Festival, Seite 52
von Silvia Stammen

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