Diktaturendämmerung
1:18 ist die Menschlichkeitsquote, wenn man die Figuren der beiden Politparabeln zum Spielzeitauftakt am Theater Bonn zusammenrechnet, die da wären: «Sankt Falstaff» und «Biedermann und die Brandstifter». Okay, vielleicht 2:17, Clubbetreiberin Frau Flott ist auch ganz okay. Aber als wirklich menschlich, als ein fühlendes, denkendes Wesen, das weder Verstellung noch Hass nötig hat, steht John Falstaff ziemlich allein da.
Auf der anderen Seite: Biederleute, Brandstifter:innen, Kapitalist:innen, machtbesessene Herrschende und all jene, die Steigbügel halten, Speichel lecken, wegschauen, wo Unrecht geschieht, und mit Begeisterung nach unten treten. Nicht auf der Bühne zu sehen, gefühlt aber immer im Hintergrund dabei, und noch zu klären: Die Rolle der Bevölkerung.
«Wenn sich die allgemeine Faktenlage weiter so entwickelt / dann regiern bald Extremisten allerorts / befeuert von der Hitze des Planeten / der verbrennt.» So beschreibt besagte Frau Flott (Sophie Basse), was Phase ist, in Ewald Palmetshofers tragikomischem Spielzeit-Hit zur weltweiten Dikta -turenblüte. Konkret haben hier der «Quasi-König» Heinz (Wilhelm Eilers) und sein Clan in einem nicht näher spezifizierten ...
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Theater heute Januar 2026
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Cornelia Fiedler
Liebe Leser:innen,
nachdem uns immer mehr Beschwerden erreicht haben, dass unsere schönen überformatigen Hefte nicht in die kleinlich normierten deutschen Briefkastenschlitze passen und von lieblosen Bot:innen böse gefaltet und geknittert werden, haben wir uns schweren Herzens entschlossen, unser Format anzupassen. Nach minutiöser Millimeterarbeit unseres Grafikers...
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