Ins Dur gerückt

​​​​​​Henri Maximilian Jakobs «Paradiesische Zustände» am der Schaubühne Berlin

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Johann kommt in die große Stadt Berlin und heuert als ungelernter Angestellter bei einem hipsteresken Wurst-Start-up an. Der Chef nervt, Johann geht auf Partys, Johann verliebt sich in Sam, und Sam verlässt ihn. Johann weiß nicht, wohin mit sich, landet in der Psychiatrie. Mit seiner Kumpel-Freundin Louise geht es auf und ab. Wie das Leben so spielt, wenn man jung und auf der Suche ist. Nur dass Johann zum Zeitpunkt, da all das passiert, noch gar kein Mann ist, sondern eine Frau. Und seine Suche nach der eigenen Identität mithin zur echten Zerreißprobe gerät.

Henri Maximilian Jakobs hat mit seinem autobiografischen Romandebüt «Paradie -sische Zustände» (von 2023) eine ebenso sensible wie von lässigem Witz durchzogene Geschichte vorgelegt, eine Mischung aus Coming-of-Age- und Coming-Out-Story, die von der langsamen Entdeckung der eigenen Trans-Identität bis zum Vollzug der Geschlechtsumwandlung führt. Im intimen Studio der Schaubühne bringt er den Stoff jetzt als Solo auf die Bühne. Und weil in der Adaption notgedrungen eine Menge wegfällt und insbesondere die emotionalen Reflexionen komprimiert sind, streut Jakobs für die Gefühlswelthaltigkeit Songs ein, zu denen er sich selbst ...

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Theater heute Januar 2026
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Christian Rakow

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