Ins Dur gerückt
Johann kommt in die große Stadt Berlin und heuert als ungelernter Angestellter bei einem hipsteresken Wurst-Start-up an. Der Chef nervt, Johann geht auf Partys, Johann verliebt sich in Sam, und Sam verlässt ihn. Johann weiß nicht, wohin mit sich, landet in der Psychiatrie. Mit seiner Kumpel-Freundin Louise geht es auf und ab. Wie das Leben so spielt, wenn man jung und auf der Suche ist. Nur dass Johann zum Zeitpunkt, da all das passiert, noch gar kein Mann ist, sondern eine Frau. Und seine Suche nach der eigenen Identität mithin zur echten Zerreißprobe gerät.
Henri Maximilian Jakobs hat mit seinem autobiografischen Romandebüt «Paradie -sische Zustände» (von 2023) eine ebenso sensible wie von lässigem Witz durchzogene Geschichte vorgelegt, eine Mischung aus Coming-of-Age- und Coming-Out-Story, die von der langsamen Entdeckung der eigenen Trans-Identität bis zum Vollzug der Geschlechtsumwandlung führt. Im intimen Studio der Schaubühne bringt er den Stoff jetzt als Solo auf die Bühne. Und weil in der Adaption notgedrungen eine Menge wegfällt und insbesondere die emotionalen Reflexionen komprimiert sind, streut Jakobs für die Gefühlswelthaltigkeit Songs ein, zu denen er sich selbst ...
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Theater heute Januar 2026
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Christian Rakow
Autoren mit Migrationshintergrund schreiben oft über ihre Migrationserfahrungen, über Flucht oder die Schwierigkeit, sich in einem neuen Land, in einer fremden Sprache zurechtzufinden. In gewisser Weise sind sie auch Übersetzer, die zwischen verschiedenen Welten vermitteln. Für Mehdi Mo -radpour, 1979 als Sohn aserbaidschanischer Eltern in Teheran geboren und seit...
Es spielen:
Anja, die Tochter Anton, ihr Freund Peter, der Vater Dunja, seine Freundin Alexander, der Onkel Die Großmutter Die Nachbarin
1. Akt
Später Abend, taghell. Ein altes Haus an der vierspurigen Dorfstraße, angestrahlt von den flutlichtartigen Laternen des neuen Wohngebietes, das sich links und rechts an das Grundstück erstreckt. Vor dem Haus steht eine...
Es ist nicht immer der große Wow-Effekt, der am längsten in Erinnerung bleibt. Wobei auch der seinen Reiz haben kann: Wenn sich in «Ocean Cage» von Tianzhuo Chen zur Eröffnung des Münchner Spielart Festivals 2025 alles um Wind und Walfang dreht und nach einer Stunde im immersiven Sturmgebraus – zwischen historischen Dokumentaraufnahmen der in -digenen Jagd auf...
