Tierisch abgetaucht
Sie haben einen schlechten Ruf, gelten als schäbig lachende Aasfresser. Doch Hyänen sind, das zeigen jüngste Forschungen, die wohl missverstandensten Säugetiere überhaupt. Bei ihnen herrscht ein striktes Ma -triarchat, und Hyänenmütter gehen mit ihrem Nachwuchs unfassbar liebevoll um. All das recherchiert man, etwas ratlos geblieben, nach der deutschsprachigen Erstaufführung von «Die Tage der Hyäne».
Der Titel ist natürlich Programm. Und so tritt im Text und in der Regie von Saara Turunen im Ballhof Eins eine Hyäne auf.
Zunächst nur in einem projizierten Tierfilm, kurz darauf aber verwandelt sich die Darstellerin Stella Hilb in das Raubtier. Dafür setzt sie sich puschelige Hyänenohren aufs Haar und schiebt sich ein paar Reißzähne in den Mund. Sie grummelt, knurrt und krümmt sich langsam, dann blitzen ihre Augen lauernd und gefährlich auf. Aus der Schriftstellerin mit Kinderwunsch – «von mir aus kann die Erde zerstört werden, von mir aus können die Urwälder verkohlen und Schmutzwasser alles überfluten, aber ich will trotzdem ein Kind» –, die Hilb bis dahin personifizierte, ist eine Hyäne geworden. Und zwar mitten in einer Hormonbehandlung.
Hilb wird fast das ganze Stück hindurch ...
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Theater heute Januar 2026
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Katrin Ullmann
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