Gellende Lebendigkeit

Dorothee Elmigers postkolonialer Meta-True-Crime-Roman «Die Holländerinnen»

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Das Theater adaptiert viele Romane, dieser Roman adoptiert einen Theatermacher: Die Schriftstellerin Dorothee Elmiger hat ihn trotz kleiner Verschiebungen unverkennbar dem künstlerischen Leiter der Wiener Festwochen, Milo Rau, nachempfunden.

Wer sonst würde sich wohl zur «Rekonstruktion eines Falls» nach Panama in den Dschungel begeben, auf den Spuren markiger Regie-Abenteurer wie Werner Herzog («Aguirre») und Francis Ford Coppola («Apocalypse now»), mit einem – haha! – «Mädchenchor aus Leiden» im Team, für «eine Recherche, die nur in der Wiederholung, der Nachbildung der Ereignisse geschehen könne, ja es gehe, wie stets am Theater, darum, die Dinge am eigenen Leib zu erfahren»?

Die 1985 geborene Schweizerin wurde für ihren Roman «Die Holländerinnen» mit dem Deutschen und Schweizer Buchpreis ausgezeichnet. Man könnte ihn als Meta-True-Crime-Fiction bezeichnen, die einerseits auf drei Ebenen einen realen Fall rekonstruiert, sich andererseits aber auch immer wieder Gedanken über das Erzählen selbst macht. Dafür hat Elmiger eine nicht unkomplizierte Konstruktion gewählt: Zugrunde liegt das Verschwinden zweier Studentinnen, besagte Holländerinnen, die 2014 tatsächlich auf dem ...

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Theater heute Dezember 2025
Rubrik: Bücher, Seite 45
von Eva Behrendt

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