Probleme im Stadtbild
Drei Tage bevor Burhan Qurbanis Kafka-Überschreibung «Verwandlung» in der Altonaer Außenstelle Gaußstraße des Hamburger Thalia Theaters zur Uraufführung kommt, steht Bundeskanzler Friedrich Merz auf einer Bühne in Potsdam und lobt die Abschiebepolitik seiner Regierung, gleichwohl gebe es immer noch «Probleme im Stadtbild», weswegen weiterhin «im großen Umfang Rückführungen» notwendig seien. Merz macht Menschen zu etwas Fremden, zu etwas, das nichts mehr zu tun hat mit der Gemeinschaft.
Als Gregor Samsa eines morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich zu einem Problem im Stadtbild verwandelt.
Was Qurbani hier beschreibt, ist also nicht das Alptraumszenario aus Franz Kafkas Vorlage, es ist ein kollektives Trauma der postmigrantischen Generation im unaufhaltsam nach rechts rutschenden Deutschland. Wobei der als Sohn afghanischer Flüchtlinge im Rheinland geborene Regisseur das Problemfeld dabei auch reproduziert: Mit Sinan Güleç, Camill Jammal und Cennet Rüya Voss hat er ein migrantisch geprägtes Ensemble zur Verfügung, aber die Rolle der deutschstämmigen Psychologin, bei der sich die traumatisierte Migrationsgesellschaft auf die Couch legt, spielt dann doch die in Zürich ...
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Theater heute Dezember 2025
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Falk Schreiber
Ausgespuckt aus einem dampfenden, runden Schlund werden sie, in das Jenseits hinein, das die Bühne ist – die Zuschauer sitzen im Kreis drumherum und sind schon da im selben Boot. Als die sechs frischen Toten von der Erde hustend über den Rand des kreisrunden Höllentors kriechen, empfängt sie die lässig tanzende Bühnentechnikerin Hollis (Franziska Roth) mit Overall...
AACHEN, GRENZLANDTHEATER
5. nach Hub, Das letzte Schaf
R. Anja Junski
ANNABERG-BUCHHOLZ, ERZGEBIRGISCHE THEATER
13. Krasznay-Krausz, Die gelbe Lilie (DE)
R. Christian von Götz
AUGSBURG, STAATSTHEATER
13. Baudy, Tatort Augsburg Folge 9: Walsturz (U)
R. David Ortmann
BASEL, THEATER
12. Schamoni und Ensemble, Die Ritter des Mutterkorns
R. Rocko Schamoni
BAUTZEN,...
Kann man das? Will man das? Muss man es vielleicht sogar? Den großen blutigen Elefanten in unseren Köpfen, den Krieg, der nicht aufhört und immer näher heranschleicht, auf die Bühne bringen!? Wie kann das gehen, ohne banal oder blutrünstig zu werden? Scheitern erscheint hier nicht nur als Option, sondern fast vorprogrammiert, aber ein Versuch ist es wert, und sei...
