Geld, High Heels und Alkohol
Ein spielwiesenbreites Bett, eine Lagerstatt wie die Kommandobrücke eines Luxusliners auf übereinander gestapelten Podesten. Mit versteckten Schubkästen für die wichtigen Dinge im Alltag der Mode-Kapitänin Petra von Kant: nämlich Geld, Laptop, High-Heels, Alkohol.
Susanne Maier-Staufen hat für Fassbinders Melodram einer Domina, die schamlos ihre
Untertanen tritt, ein Setting von schlagender Klarheit entworfen. Dessen spektakuläre Oberfläche wird von Regisseur Maik Priebe peu à peu zerstochen und zerrissen.
Aus dem Grell-Hysterischen, aus Lesben-Affaire und (Ehe-) Männer-Bashing, Erfolgsgier, Emanzenauftrieb und Allmachttrieb wird in 100 Minuten etwas finster Abgründiges: Eine Tragödie, gespeist von vergeblicher Herzenssuche und schmerzlicher Ohnmacht durch den Verlust von Lebenslust und Daseinssinn.
Nicoline Schuberts Lady von Kant ist ein tolles, bei aller Panzerung durch Aggressivität extrem dünnhäutiges Zwitterwesen: Eine fahrig Fiebrige und kalt Herrische, eine kühne Intellektuelle und weinerliche Göre, rasend Erniedrigende sowie Sich-selbst-Kleinmachende. Ihr Widerpart ist Danne Hoffmann als Karin Timm, die Kantsche Vergeblichkeitsliebe – vom Kostüm der Schubert frappierend ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Dezember 2011
Rubrik: CHRONIK, Seite 49
von Reinhard Wengierek
Seinen Segen hatte Staffan Valdemar Holm schon gespendet, bevor er selbst die höheren Weihen empfangen konnte. Auf einem Video sieht man den 1958 geborenen Holm, der zuvor Intendant in Malmö und am Stockholmer Dramaten war, als Pfarrer, der die Beerdigung von «Michel Houellebecq» geistlich begleitet, wie es Michel Houellebecq für sein literarisches Alter Ego in...
Aalen, Theater der Stadt
Kasse: 07361/52 26 00
1. Dürr, Saffan und Krump
R. Danielle Strahm
3. Ringsgwandl, Die Tankstelle der Verdammten
R. Ingmar Otto
Basel, Theater
Kasse: 0041/61/295 11 33
2. Preußler, Krabat
R. Tomas Schweigen
9. Kleist, Der zerbrochne Krug
R. Ronny Jakubaschk
Bautzen, Volkstheater
Tel.: 03591/584 225
2. nach Fontane,...
TH Die Nachricht von Ihrem Wechsel nach Stuttgart zur Spielzeit 2013/14 hat uns überrascht. Schließlich haben Sie erst vor zwei Jahren bis 2016 am Maxim Gorki Theater verlängert. Was sagt denn Klaus Wowereit zu Ihrer Entscheidung?
Armin Petras Er hat im Pluralis Majestatis gesagt: «Wir wünschen ihm alles Gute.» Ein großer Staatsmann. Da hat er mich wirklich...
