Geisterbahn in die Zukunft
Ist es Zufall, dass diese Gliederpuppe entfernt an den alten Konrad Adenauer erinnert? Michael Pietsch, der Puppenspielerund -bauer, mit dem Jan-Christoph Gockel regelmäßig zusammenarbeitet, hat der Titelpuppe das Gesicht eines alten grauen Mannes verliehen, ein kahles Haupt mit großen Ohren, langer Oberlippe, Doppelkinn und schon tief gesunkenen Augen. Müde und erschöpft sieht Doktor Faust aus, und immer wieder liegt er einfach wie tot auf der Bühne oder im Stadtraum.
Das Frankfurter Ensemble muss ihm dann neues Leben einhauchen, seine Hand führen oder ihn sich gleich komplett vor den eigenen Körper schnallen, was im Laufe des viereinhalbstündigen Abends für viele originelle, teils höchst virtuose Szenen sorgt.
Gleich zu Beginn sind es Gott und Mephisto, die sich in Personalunion einer feudelnden Putzfrau (Wolfram Koch) über die Faustpuppe vorne am Bühnenrand beugen. Nach einem Schlagabtausch im Selbstgespräch erweckt sie sie mit Beatmung und Herzdruckmassage zum Leben. Und ist das keine schlagende Metapher – Faust als Geschöpf Gottes, des Teufels, seiner Mitspieler:innen?
Ein moderner Mensch
Doch Faust als Puppe – historisch begründet in Goethes verbürgtem Interesse am ...
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Theater heute November 2024
Rubrik: Aufführungen, Seite 21
von Eva Behrendt
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Überall herrscht Mangel, ob in Kitas, Schulen oder Krankenhäusern. Und das in Deutschland, dem wirtschaftlich stärksten Land der Europäi -schen Union. Doch die großen Investitionen bleiben aus. Zu viele Staatsschulden. Noch mehr davon sind auf keinen Fall drin: Die Schuldenbremse muss schließlich eingehalten werden. Doch was wäre, wenn jede Person dieses Landes...
Personen
Frau Yamamoto, über 70
Nino, 37 und Erik, 49, ein Paar
Milena, Nichte von Erik, fast noch ein Kind
Frau im Treppenhaus
Mann und Frau im Restaurant
Servicekraft
Mann, der ein Gedicht schreibt
Mann und Frau in der Bar / beim Tanzen
Zwei Frauen im Park
Frau am Fenster
Mann und Kind im Schwimmbad
Zwei Anglerinnen
Therapeut, Klientin
Luciano, Sohn von Frau...
