Schmierige Typen
Wie gehen wir mit Vorwürfen um, für die es keine eindeutigen Beweise gibt? Hat sich die Skepsis erst einmal festgesetzt, wird man sie so schnell nicht mehr los. Dann heißt es: im Zweifel für den Angeklagten. Denn wo nicht Recht vor Gerechtigkeit waltet, öffnen sich Tür und Tor der Barbarei. Doch was bedeutet das für die potenziellen Opfer? Auf welche Säulen können sie sich stützen, wenn die Tat nie bewiesen werden kann?
Mister Taylor droht die Todesstrafe. Mit den Worten «Ladies first» soll er seine Frau von einer Klippe gestürzt haben.
Eine abscheuliche Tat, die für die zwölf Geschworenen, die über sie richten sollen, im Rahmen des Möglichen zu liegen scheint. Seit mehr als drei Tagen sitzen sie schon im Gerichtssaal. Doch dann bricht plötzlich der Geschworene Mister Smith zusammen und bringt das bis dahin einhellige Schuldurteil langsam ins Wanken.
Mit dem «Ende einer Verhandlung» bringt Regisseur Frank Behnke zur Spielzeiteröffnung des Staatsschauspiels Meiningen das gleichnami -ge Stück von Anna Gmeyner zur Uraufführung – und reiht sich damit ein in die neuerliche Wiederentdeckung der österreichisch-jüdischen Autorin im deutschsprachigen Theater. Ein Text, der vermutlich in ...
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Theater heute November 2024
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Anna Hoffmeister
Da steht sie also, die große Oscar-Nominierte, deren Name nun Glamour und Gänsehaut verspricht, in gewaltig wallender Blondperücke. Obwohl diese Worte nicht zu Sandra Hüller passen, die ihren internationalen Ruhm doch durch ihre zurückgenommen-durchsichtige, eher anti-starhafte Schauspielkunst erlangt hat. Gerade hat sie eine Tänzerin wie ein Kind auf die Bühne der...
Wer die Hoffnung hegt, dass Frauen die besseren Menschen sind, insbesondere sich feministisch lesende, gut gebildete, diverse, postmigrantische, nachhaltig lebende, einander zugewandte Mittelschichtsfrauen im gerne auch besserverdienenden Hauptstadt-Umfeld, könnte enttäuscht werden. Das neue Stück von Golda Barton, einem Pseudonym aus dem Umfeld der Schauspielerin,...
Siamo tutti antifascisti!» Der Jubel war groß am Abend des 7. Juli, als klar war: Das rechtspopulistische Rassemblement National hat die Parlamentswahlen in Frankreich wider Erwarten nicht gewonnen. In Avignon tanzten die Menschen vor dem Rathaus, applaudierten, skandierten Antifa-Parolen – die Erleichterung explodierte. Die Auftaktwoche des Theaterfestivals lag...
