Gegen alle Umstände
Als mich zwei Düsseldorfer Kollegen erstmals auf Stefanie Reinsperger ansprachen, fielen die Worte «sehr emotional» – begleitet von einem bedeutungschwangeren Augenaufschlag und einem wissenden Nicken. Das kann vieles bedeuten. Oder nichts. Ob es Ausdruck von Respekt, eine Warnung oder unscharfe Diagnose war, ist, rückwirkend betrachtet, eigentlich unwichtig. Es zeigt aber eines deutlich: Für Stefanie Reinsperger sind widrige Umstände alles andere als ein Hemmnis.
Ein Erstengagement an einem Schauspiel, das in der Krise ist, drei Jahre in einer Stadt, die zu ihrem Theater seit Jahren keine wirkliche Beziehung aufzubauen vermag, ein Kommen und Gehen von Intendanten, wie man es selten erlebt – das kann manche junge Ensemblemitglieder zum Überdenken ihrer Berufswahl bewegen (und hat es meines Wissens auch). Stefanie Reinsperger hat es Antrieb gegeben. Sie hat gearbeitet. Sie hat an sich gearbeitet. Sie hat sich nicht der Situation ergeben und lamentiert. Das gefällt mir an ihr. Und noch einiges andere.
Unsere erste Begegnung war keine. Sie wollte nicht wirklich reden mit mir. Natürlich dachte ich, es hätte mit dem Gastspiel unseres Theaters im Kleinen Haus des Düsseldorfer ...
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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Die Spieler des Jahres, Seite 108
von Dusan David Parizek
Was ist das größere Verbrechen: in eine Bank einzubrechen oder eine Bank zu gründen? Was ist der größere Skandal: Flüchtlingsleichen nach Deutschland zu karren und zu beerdigen oder diese Toten verschuldet zu haben? Darf man ein Gespräch über Bäume führen, wenn die Welt sich von Krise zu Krise hangelt oder muss man all sein künstlerisches Können in den politischen...
Für Xu war es reines Glück, dass er Gerda fand. Der 87-Jährige, der einmal der erste Deutsch-Dolmetscher von Mao Tse-Tung war, hat mehr als zwanzig Jahre seines Lebens in chinesischen Gefängnissen verbracht. Eine Frau zu finden, ist unter diesen Voraussetzungen in China unmöglich. Eine Gastprofessur in Berlin führt zu einer Begegnung mit der um etliche Jahre...
Volk vorbei» ihre Entscheidungen. Vielleicht erinnern sich einige ja auch an die ab Anfang Oktober 1989 allabendlich verlesene und unter den damaligen Umständen wirklich spektakulär mutige Forderung aus der Resolution des Dresdner Staatsschauspiels, «dass Lüge und Schönfärberei aus unseren Medien verschwinden» müssen, wenn sie Anfang 2015 bei Pegida «Lügenpresse»...
