Da trifft man sich

Oliver Reese hat das Frankfurter Bürgertum zurückgeholt ins Schauspiel

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Nehmen wir einen beliebigen Menschen, der zehn Jahre lang nicht in Frankfurt war. Ein Mensch, der jetzt, wie damals bei seinem letzten Besuch, das Theater besucht. Sie (oder er) würde sich wundern. Sie (oder er) würde sich fragen, ob sich die Stadt wirklich so vollkommen verändert hat. Sie würde sich wahrscheinlich fragen müssen, ob die hier die Theaterleidenschaft gepackt hat. Sie hat das Haus halbleer in Erinnerung, nun ist es ganz voll.

Sie hat einen bunt gemischten Haufen aus einem halb studentischen, halb undefinierbaren bürgerlich-antibürgerlichen Milieu mit ein paar versprengten Resten gehobenen Kulturkennertums im Hinterkopf, und jetzt sieht sie ein homogenes, hochbürgerliches Kulturbildungspublikum, wie es angeblich doch schon lange ausgestorben ist. Denkste, hier geht es Abend für Abend ins Theater, wie wenn es nichts anderes zu tun gäbe im Leben der sogenannten Finanzmetropole.

Man fragt sich, ob das Frankfurter Bildungsbürgertum wirklich so zahlreich ist, dass es in der Lage ist, dieses Theater allein zu füllen. Wahrscheinlich ist das Einzugsgebiet des Kulturfonds Rhein-Main, jenes lokalen Zusammenschlusses zur gemeinsamen Kulturfinanzierung, der Südhessen zu einer ...

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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Der Konsens im Parkett, Seite 41
von Peter Michalzik

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