Freiheit, aber wie?

Das Performing Arts Festival Berlin, kurz PAF genannt, fand dieses Jahr wieder live und mit neuem Konzept statt

Zusammen» – das stand als Motto des nunmehr siebten Performing Arts Festivals in diesem Jahr nicht nur für den Versuch, dem tendenziell unüberschaubaren und thematisch unverbundenen Wildwuchs freier Theaterproduktionen in Berlin einen Rahmen zu schaffen («Wie wollen wir ZU-SAMMEN leben und unsere Zukunft gestalten, wie wollen wir ZUSAMMEN arbeiten, ein ZU-SAMMEN mit unserer Umwelt finden, und wie ZUSAMMEN altern?»), sondern sollte auch die (zumindest behördlicherseits ausgerufene) postpandemische Gemeinschaft feiern: Nach zwei mehr oder weniger einsam im Homeoffice, an Küchentischen

oder in Wohnzimmern verbrachten digitalen Festivalausgaben durfte bereits der Live-Charakter der Performing Arts vor Zuschau -er:innen als Ereignis gelten. 

«Zusammen» brachte aber auch gleichzeitig die diesjährige Festivalstruktur auf ihren programmatischen Punkt: Seit 2016 pendelt das Festival in der Nachfolge des gänzlich unkuratierten 100° Berlin zwischen zwei Polen: dem Anspruch auf gleichberechtigte Vielfalt und möglichst lückenlose Teilhabe der gesamten Freien Szene einerseits und dem Wunsch andererseits, ihr nach künstlerischen Qualitätsmerkmalen ausgewähltes Best-of als Showcase zu ...

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Theater heute 7 2022
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Anja Quickert

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