Freie Szene: Was will das Kind?
Die ersten Minuten passiert nichts. Ein buntes Bühnenbild, ein wallendes Laken an der Decke, es dominiert die Farbe Rosa. Eine Höhle? Im Innern des Schweinebauchs? Schließlich betreten fünf Performer die Bühne und beschreiben Menschen, die sie in den vorausgehenden Minuten offenbar im Publikum beobachtet haben. Bewegungen, Kleidungsstücke, Gespräche, Frisuren. Das Aussehen und Verhalten von fremden Personen in Momentaufnahmen ist eine Collage von losen Teilen, die unverbunden im Raum schweben. Und damit ist man schon mitten im Autismus.
Besonders am schwer beeinträchtigten Ende des breiten Ausprägungsspektrums fügen sich bei dieser Behinderung Gesehenes und Erlebtes nicht in einen größeren Sinnzusammenhang. Zumindest nicht in eine Sinnhaftigkeit, die sich von außen verstehen lässt.
Der Bildende Künstler und Regisseur Tobias Yves Zintel ist mit einem autistischen Bruder aufgewachsen. Wie sich der Autismus von Marcus auf die Familie auswirkte, thematisierte Zintel 2012 bereits im Film «Mental Radio». In den «Autistischen Spielen» im Ballhaus Ost greift er den Stoff gemeinsam mit dem Psychiater und Autor Przemek Zybowski neu auf: Die beiden verbinden Videodokumente, tänzerische und ...
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Theater heute Mai 2020
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Monika Scheele
Vielleicht hat es sich Philipp Löhle mit «Andi Europäer», dem neuen Auftragswerk des Hausautors am Nürnberger Staatstheater, doch ein wenig leicht gemacht? Die Idee ist reizvoll, sicher, das Ergebnis dann aber doch eher plump: ein Gag-Potpourri mit vehement behauptetem radikalem Anspruch, der aber verpufft, weil er nur Vorurteile ausbreitet und das Naheliegende ins...
Figuren:
Richard «Ricky» Martin/Alecto Dimitrij Schaad
Dr. Stefan Frank/Alecto Tim Porath
Tatjana/Alecto Marina Galic
Lana/Alecto Birgit Stöger
René André Szymanski
SZENE 1 – Introduction
Monolog Dimi Guten Abend, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Bevor es losgeht, würde ich Sie gerne mit den neuen Privatsphäre-Einstellungen und Nutzungsbedingungen des Thalia...
Schon klar, wenn man sich als Jury gerade auf Johan Simons’ Bochumer «Hamlet»-Inszenierung beim Theatertreffen geeinigt hat, müsste man schwer rechtfertigen, Simons «Iwanow» aus Bochum auch noch einzuladen. Und doch fehlt dieser grandiose Abend, der die Zuschauer reihenweise zum Weinen bringt, in der Zehner-Auswahl 2020. Johan Simons – und sein Hauptdarsteller Jens...
