Yael Ronen & Dimitrij Schaad: (R)Evolution
Figuren:
Richard «Ricky» Martin/Alecto Dimitrij Schaad
Dr. Stefan Frank/Alecto Tim Porath
Tatjana/Alecto Marina Galic
Lana/Alecto Birgit Stöger
René André Szymanski
SZENE 1 – Introduction
Monolog Dimi Guten Abend, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Bevor es losgeht, würde ich Sie gerne mit den neuen Privatsphäre-Einstellungen und Nutzungsbedingungen des Thalia Theaters vertraut machen, mit denen Sie sich automatisch einverstanden erklären, sobald Sie diese Vorstellung anschauen.
Als Teil des Modernisierungs- und Digitalisierungsprozesses im Theater sind wir sehr stolz, Ihnen unseren neuen Service präsentieren können, den das Thalia exklusiv in Kooperation mit Google und Amazon entwickelt hat. Er heißt «Artech» und hat nichts Geringeres zum Ziel, als das verstaubte Medium Theater nun endlich auch in das 21. Jahrhundert zu führen.
Während Sie also heute Abend die Vorstellung schauen, werden wir auf Sie schauen. Wir wollen Sie nämlich kennen und verstehen lernen, so dass wir Ihnen in Zukunft ein noch besseres Theatererlebnis bieten können.
In meiner Hand halte ich einen extrem empfindlichen Glasfaser-Sensor. Solche Sensoren wurden in die Stühle im Zuschauerraum eingebaut und werden uns ...
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Theater heute Mai 2020
Rubrik: Stückabdruck, Seite 99
von
Die 1980er Jahre waren glamourös. Männliche Popstars trugen Lidschatten und Lippenstift, ohne auf die Idee zu kommen, sich als genderfluid zu bezeichnen. Das Fernsehen, damals noch Leitmedium, warf einen Blick in die Welt der Superreichen. Wenn «Dallas» ab 1978 lief, drängte sich die ganze Familie, von der Oma bis zum Enkelkind, vor dem Bildschirm, schließlich...
Vor drei Jahren marschierten Schillers «Räuber» noch als skandierender Männer-Bund, angeschirrt und gleichgetaktet von Ulrich Rasche, im Münchner Residenztheater über tonnenschwere Riesenlaufbänder (weshalb die Inszenierung beim Theatertreffen 2017 nur als Video-Aufzeichnung gezeigt werden konnte) und erzeugten dabei mit geballtem Gruppenpathos einen aufwühlend...
Funktioniert Science Fiction im Theater? Schwierig. Laurie Pennys «Everything belongs to the future» ist als Roman eine durchaus beunruhigende Dystopie, in der die Menschheit das Altern aufhalten konnte, zumindest für den Teil, der sich eine Droge namens «The Fix» leisten kann. Die Wohlhabenden verbringen ihre Tage faltenfrei zwischen Sport, Müßiggang und...
