Frau Staatsanwältin Prospero
Ein Netz aus Wogen türmt und senkt sich: Schwere See im Theater Freiburg. Am schwarzen Himmel schwebt Ariel ein. Der Luftgeist zetert, zerrt vier Schiffbrüchige aus den Wellen, befördert das Quartett mit einem Tritt an Land. Auf Prosperos von unten illuminierter Zauberinsel stranden: König Alonso von Neapel (Ullo von Peinen), sein Bruder Sebastian (Albert Friedl), Mailands Herzog Antonio (Jens Bohnsack), der sich gegen Prospero auf den Thron geputscht hat.
Begleitet werden sie von ihrem schlechten Gewissen, dem Ratgeber Gonzalo (Ueli Schweizer), der Prospero und Töchterchen Miranda einst heimlich vor dem Hungertod bewahrt hat.
Nun hat dieser Herrscherzirkel abgewirtschaftet. Aufreizend apathisch lassen sie die Macht sausen, die sie sich unter brutaler Ausbootung Prosperos, dem wahren Herzog von Mailand, erschlichen haben. Sie tragen lächerliche Halskrausen auf bloßer Brust und kauern meist tatenlos auf dem mit Netzranken bespannten Inselgeviert, das spitz, doch unverkennbar elisabethanisch ins Große Haus ragt – ein großartiges Bühnenbild der israelischen Künstlerin Penny Hes Yassour.
Nicht ganz unwichtig in dem Zusammenhang, dass Prospero und Ariel in Jarg Patakis Freiburger ...
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