Fragmente der Zärtlichkeit

nach Édouard Louis «Die Freiheit einer Frau: Monique bricht aus» am Nationaltheater Mannheim

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Alleinerziehende Mütter ohne Berufsabschluss tragen das höchste Armutsrisiko. Materielle Bedingungen entscheiden aber, ob man frei oder unfrei ist. Um selbstbestimmt leben zu können, brauchen Frauen Geld und einen eigenen Raum, das hat schon Virginia Woolf festgestellt. Themen, die den französischen Autor Édouard Louis (Jahrgang 1992) beschäftigen, dessen Mutter aus dem Arbeitermilieu der französischen Provinz stammte, früh das erste Kind bekam, weshalb ihr eine Ausbildung versagt blieb, während ihr Ehemann sich zu einem gewalttätigen Trinker entwickelte.

Louis schrieb über das Schicksal seiner Mutter Monique zwei autofiktionale Romane: 2021 erschien «Combats et métamorphoses d’une femme» («Die Freiheit einer Frau«), 2024 «Monique s’évade» («Monique bricht aus»). Am Mannheimer Nationaltheater, in der Interimsspielstätte Franklin, kann man jetzt eine Dramatisierung dieses sozialpolitisch so relevanten Stoffs sehen – in der Regie von Jan Friedrich.

Erzählt wird durchweg aus der Perspektive des Sohnes, der sich selbst einen «Klassenflüchtling» nennt. Als schwuler junger Mann entfloh er der toxischen Atmosphäre seines Elternhauses, der Mutter, die die selbst erlebte Gewalt an ihn ...

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Theater heute Mai 2026
Rubrik: Chronik, Seite 67
von Verena Großkreutz

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