An den Gelenken der Geschichte
Weltliteratur, drunter gehts nicht bei Armin Petras. Lange schon adaptiert der Regisseur und auch als Fritz Kater bekannte Dramatiker große Romane. John Steinbecks «Früchte des Zorns» etwa, oder Günter Grass’ «Blechtrommel», Jonathan Littells «Die Wohlgesinnten», David Grossmans «Eine Frau flieht vor eine Nachricht» oder Wassili Grossmans «Leben und Schicksal». Letzteren inszenierte er bereits im Oktober 2022 am Theater Bremen, dessen Intendant er ab der Spielzeit 2027/28 wird.
Jetzt aber zeigt er hier seine eigene Fassung von Leo Tol -stois «Krieg und Frieden» – die Uraufführung fand kurz davor in der Regie von Tilmann Köhler am Düsseldorfer Schauspielhaus statt (siehe TH 4/26) – und damit das Leben und Sterben während der Napoleonischen Kriege 1805–1812. Ein Dutzend Darsteller:innen spielen in Petras’ Inszenierung an die 40 Figuren in tatsächlich nur vier Stunden.
Zunächst wird in zahlreichen, rasend kurzen Szenen möglichst viel Personage vorgestellt: Der Erbe Pierre (Alexander Swoboda) genauso wie die Nichterben des aufschreckend sterbenden Grafen Besuchow (Caline Weber), der euphorisierte Andrej Bolkonsky (Ferdinand Lehmann), der für die Schlachten gegen Napoleons Truppen ...
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Theater heute Mai 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 26
von Katrin Ullmann
Leben im Transitbereich: Teenager Margarita wohnt eigentlich in Berlin, ihr Vater Avi arbeitet dort als Chasan, als Vorbeter in einer Synagoge. Die Sommerferien verbringt Margarita regelmäßig bei den Großeltern in Chicago, nur dieses Jahr ist etwas anders: Das Mädchen soll nach Israel, die Mutter kennenlernen, die vor Jahren die Familie verließ, weil sie das Leben...
Paulina Alpen als Gregor Samsa macht jedes Käferkostüm überflüssig. Sie spielt’s einfach: biegt sich nach hinten in die Brücke und geht behände auf allen Vieren. Zieht den Kopf ein, nimmt einen Apfel zwischen die Hände und zermalmt ihn mit den Zähnen – mit gieriger, aber beharrlicher Gründlichkeit, wie man es etwa bei Rosenkäfern, die sich auf einer Doldenblüte...
Die «Fibonacci-Folge» ist ein mathematisches Gedankenexperiment, mit dem Leonardo Fibonacci 1202 das Wachstum der Kaninchenpopulation beschrieb: eine unendliche Abfolge natürlicher Zahlen, bei der jede neue Zahl aus der Addition der beiden vorangegangenen gebildet wird. Also: 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13 und so weiter. Inger Christensens 1981 erschienenes Langgedicht...
