Bluthetze
Zwei Ertrinkende, die sich aneinander klammern: Alexandra (Katharina Linder) und Chance (Arash Nayebbandi). Sie, die gealterte Filmikone, die ihre Angst vor Bedeutungsverlust mit Alkohol und Sex zu betäuben sucht, er, ein Hallodri und gut aussehender Taugenichts. Zu Beginn von Max Lindemanns Inszenierung von Tennessee Williams’ Klassiker «Süßer Vogel Jugend» von 1959 begegnen wir ihnen in einem Hotelzimmer.
Nachdem sie die Nacht miteinander verbracht und sich ihre Lebensgeschichten mehr gebeichtet als erzählt haben, zeichnet sich das beiderseitige Kalkül dieser ungleichen Schicksalsgefährten ab. Während er ihr Geld und ihren Ruhm für den eigenen Erfolg nutzen will, giert sie, die sich noch einmal jung fühlen will, nach seinem Körper. All dies geschieht in Chances Heimatstadt, wo er nichts anderes anstrebt, als seine erste, große Liebe Heavenly (Lotte Schubert) wieder für sich zu gewinnen. Da er sich ihr aber bereits in jungen Jahren – gegen die Gebote ihrer Familie – genähert hat, gilt er in St. Cloud als Aussätziger, dem Übles droht.
Geschrieben nur wenige Jahre vor der Bürgerrechtsbewegung, setzt sich der Drama -tiker in seinem Stück mit dem Rassismus in den USA auseinander. ...
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Theater heute Mai 2026
Rubrik: Chronik, Seite 63
von Björn Hayer
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In einem Büro mit Kamera und Topfpflanze werden...
