Fragen der nicht mehr reinen Kunst
Dann also doch. Am 34. Tag des Kriegs gegen die Ukraine hat Anna Netreb -ko von ihrem Hamburger Medienanwalt ein Statement veröffentlichen lassen, in dem sie immerhin den Krieg in der Ukraine als solchen benannt und verurteilt hat. Sie strebe mit ihrer Kunst «nur Frieden und Einigkeit an» und sei auch nicht mit «irgendeinem Führer Russlands verbunden». Nun ist Wladimir Putin, mit dem sie ihren 50.
Geburtstag im Kreml gefeiert hat, nicht irgendein Führer Russlands, und Oleg Zarjow, russischer Separatistenführer in Donez und Luhansk, mit dem sie vor Jahren für ein Foto posierte, ist auch nicht unbedingt für Frieden und Einigkeit bekannt. Ob ihre Stellungnahme ausreicht, um die Netrebko und ihren «makellosen Sopran, den vollen Klang, die frei strömende Höhe» («Süddeutsche Zeitung») im internationalen Klassikbetrieb wieder hof -fähig zu machen? Viele Veranstalter haben Netrebko-Auftritte storniert.
Im Bayerischen Kultusministerium hatte man ein ähnliches Problem. Über die Gespräche mit dem Direktor des Bayerischen Staatsballetts verlautete erst einmal gar nichts, dann trat Igor Zelensky, zuletzt krankgeschrieben, plötzlich wegen «privater Familienan -gelegenheiten» zurück. Er war ...
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Theater heute Mai 2022
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Eva Behrendt, Franz Wille
Bücher, in denen Theater sich selbst darstellen, neigen grundsätzlich zu Opulenz. Dieses Monumentalwerk aber setzt selbst in diesem Genre noch neue Maß -stäbe: Es heißt schlicht «Theater in der Josefstadt 1788–2030» und umfasst zwei großformatige Bände, die zusammen mehr als 600 Seiten dick und 4,5 Kilogramm schwer sind. (Die in die Zukunft weisende Jahreszahl 2030...
AACHEN, THEATER
6. Churchill, In weiter Ferne
R. Martin Schulze
ANSBACH, THEATER
7. Strömquist, I’m every woman (DE)
R. Maike Bouschen
14. Walser, Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel
R. Laurent Gröflin
AUGSBURG, STAATSTHEATER
8. Horváth, Geschichten aus dem Wiener Wald
R. Sebastian Schug
BADEN-BADEN, THEATER
22. Cervantes, Don Quijote
R. Birga Ipsen
28....
Wenn man an einem frühlingshaften Freitagabend zu einer «Hamlet»-Premiere die breiten Stufen des Anhaltischen Theaters hinaufsteigt und dabei nur über ein Grüppchen von sieben Leuten stolpert, begreift man, dass Dessau zu den Shrinking Cities gehört. Trotz der Fusion 2007 mit der Nachbargemeinde Roßlau, trotz Bauhaustourismus, Pharma- und Fahrzeugtechnikindustrie,...
