Fortsetzung folgt

Vor 13 Jahren übernahmen Shermin Langhoff und ihr Team das Berliner Maxim Gorki Theater und veränderten von dort aus die deutschsprachige Theaterlandschaft. Zum Abschied warnt Marta Gornicka mit ihrem Chor in «Kassandra» vor Verhärtung und Faschismus

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Drei Frauen skandieren, leicht zeitversetzt, in drei verschiedenen Sprachen. Zwei frontal von der Bühne, eine oben im Rang. Sie fallen sich ins rhythmisch artikulierte Wort und zitieren, kaum verständlich, den polnischen Widerstandskämpfer und Holocaust-Augenzeugen Jan Karski, der 1943 dem US-Präsidenten Frank D. Roosevelt und anderen amerikanischen Würden -trägern von der Vernichtung der Juden in Polen berichtete, vor ihrer vollständigen Auslöschung warnte und doch nichts erreichte. Bis Karski fast aufhörte «an das zu glauben, was ich gesehen habe.

»

In der letzten Premiere von Shermin Langhoffs letzter Gorki-Spielzeit hat ein vielfältiger Protest-Chor das Wort – und die polnische Regisseurin Marta Gornicka, die ihn aus der Mitte des Zuschauerraums heraus dirigiert. Indem sie gleich zu Beginn an Karski erinnert, markiert sie ihre Position als Polin, die bis heute vom westlich angrenzenden deutschen Nachbarn oft überhört wird. Eine Position, die dem Leitmotiv der Chorperformance «Kassandra or Songs of the Canaries» verwandt ist, denn auch die Warnungen der trojanischen Königstochter verhallten konsequenzlos und erwiesen sich deshalb allesamt als wahr.

24 Chorist:innen versammelt ...

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Theater heute Juni 2026
Rubrik: Bilanz Gorki, Seite 40
von Eva Behrendt

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