Don’t worry, be happy!
Die schwedische Comicautorin Liv Strömquist wurde international mit dem feministischen Band «Der Ursprung der Welt» (2014, deutsch 2017) bekannt, einer satirischen Kulturgeschichte der Vulva. Ihre jüngste Graphic Novel, «Das Orakel spricht» (2024), ist eine kleine Enzyklopädie der Ratgeber und Besserwisser. Das antike Orakel Pythia und die heilige Katharina treten ebenso auf wie moderne Influencer; im Grunde geht es darum, was der Mensch alles unternimmt, um sich von der eigenen Sterblichkeit abzulenken.
Er erfindet Religionen, übt sich in «Self Care», und wenn es um ein besseres Leben geht, glaubt er so ziemlich jeden Blödsinn, den man ihm einredet.
Katrin Plötner, die in Dresden schon die Strömquist-Abende «Ich fühl’s nicht» (2022) und «Im Spiegelsaal» (2024) inszeniert hat, brachte in Graz nun «Das Orakel spricht» auf die Bühne. Das siebenköpfige Ensemble (Oliver Chomik, Otiti Engelhardt, Anna Klimovitskaya, Thomas Kramer, Marielle Layher, Dominik Puhl, Luisa Schwab) ist sportlich adjustiert, die Kostüme (Johanna Hlawica) sind diversen Sportdressen, von Boxen bis Fechten, nachempfunden; der Tod ist als Wrestler mit grimmiger Maske kostümiert. Auf der abstrakten Bühne (Bettina ...
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Theater heute Juni 2026
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Wolfgang Kralicek
Nicht ein Clown, sondern viele: Ein ganzes Zirkusbestiarium bevölkert die Manege bei Antú Romero Nunes’ Inszenierung von Charles Dickens’ «Hard Times». Es gibt hier Tier-Mensch-Wesen, Artist:innen, Weißclowns, einen Dummen August und mittendrin einen Zirkusdirektor, den Cino Djavid mit Lispelstimme, schlecht sitzendem Anzug und extrem unvorteilhafter Perücke...
Das große Einstweh: In Tschechows «Der Kirschgarten» schwelgen die Figuren unentwegt in Erinnerungen. Sie erzählen von früher, von der Kindheit unter blauem Himmel und im weißen Blütenmeer. Als die Großgrundbesitzerin Ranjewskaja (Karin Klein) mit ihrer Tochter Anja (Aleksandra Kienitz) aus Paris in ihr einstiges und längst von Schulden belastetes Anwesen mit dem...
«Zehn Jahre», erklärte Jury-Mitglied Annemie Vanackere in ihrer Begrüßung zu Beginn der Verleihung des Theaterpreises Berlin der Stiftung Preußische Seehandlung an Lina Majdalanie und Rabih Mroué, «haben Rabih und Lina in Deutschland gelebt, bevor sie ihre Einbürgerung beantragen konnten, weitere drei Jahre haben sie auf die Entscheidung über ihren Antrag warten...
