Flug in die Freiheit

nach Michail Bulgakow «Meister und Margarita» am Staatstheater Augsburg

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Was ist von einer Gesellschaft zu halten, die ihre letzte Hoffnung auf den Leibhaftigen setzt? Stehen Untergang und Chaos unmittelbar bevor, oder liegt darin die Chance auf einen Neubeginn, der mit der profanen Ordnung gleich auch noch die menschliche Misere austreibt? Zwischen kuriosen Katastrophenszenarien und surrealen Erlösungsvisionen hat der russische Dichter Michail Bulgakow in seinem posthum erschienenen Spätwerk «Meister und Margarita» einen weiten Bogen von Pontius Pilatus bis ins Moskau der 1930er Jahre geschlagen, ein philosophisch-politisches Zeitbild des frühen Stalinismus

, das immer wieder ins Fantastische auswuchert.

In seiner Bühnenadaption für das Staatstheater Augsburg nimmt Regisseur Armin Petras zusammen mit der Dramaturgin Sabeth Braun speziell die prekäre Situation des Künstlers in einem bürokratisch verkrusteten Machtsystem in den Fokus, das von Woland, Professor für schwarze Magie, seinem Kater Behemoth und dem Trickster Fagot mit satanischer Gaukelei aufgemischt wird, und verzichtet dafür, durchaus nachvollziehbar, auf die Jeschua-Pilatus-Passagen.

Der kurzweilige Drei-Stunden-Abend schwankt zwischen dem Vergnügen am subversiven Schabernack, skurrilen ...

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Theater heute Januar 2024
Rubrik: Chronik, Seite 53
von Silvia Stammen

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