Flug in die Freiheit
Was ist von einer Gesellschaft zu halten, die ihre letzte Hoffnung auf den Leibhaftigen setzt? Stehen Untergang und Chaos unmittelbar bevor, oder liegt darin die Chance auf einen Neubeginn, der mit der profanen Ordnung gleich auch noch die menschliche Misere austreibt? Zwischen kuriosen Katastrophenszenarien und surrealen Erlösungsvisionen hat der russische Dichter Michail Bulgakow in seinem posthum erschienenen Spätwerk «Meister und Margarita» einen weiten Bogen von Pontius Pilatus bis ins Moskau der 1930er Jahre geschlagen, ein philosophisch-politisches Zeitbild des frühen Stalinismus
, das immer wieder ins Fantastische auswuchert.
In seiner Bühnenadaption für das Staatstheater Augsburg nimmt Regisseur Armin Petras zusammen mit der Dramaturgin Sabeth Braun speziell die prekäre Situation des Künstlers in einem bürokratisch verkrusteten Machtsystem in den Fokus, das von Woland, Professor für schwarze Magie, seinem Kater Behemoth und dem Trickster Fagot mit satanischer Gaukelei aufgemischt wird, und verzichtet dafür, durchaus nachvollziehbar, auf die Jeschua-Pilatus-Passagen.
Der kurzweilige Drei-Stunden-Abend schwankt zwischen dem Vergnügen am subversiven Schabernack, skurrilen ...
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Theater heute Januar 2024
Rubrik: Chronik, Seite 53
von Silvia Stammen
Richard III., Caligula, Hitler, es ist ein Herbst der Tyrannen in den Pariser Theatern. Kein Wunder angesichts des Weltzustands. Wie umgehen mit institutionellem Terror, Faschismus, Gewaltherrschaft? Die Regisseure Vincent Macaigne, Sylvain Creuzevault und Jonathan Capdevielle entscheiden sich für ein klassisches Konzept: Komik. Ist sie erst mal der Lächerlichkeit...
AACHEN, GRENZLANDTHEATER
27. Schmidt nach Dusse, Achtsam Morden
R. Ingmar Otto
ALTENBURG/GERA, THEATER
21. Kressin und Oldenstein, √My – Episode II: Finsternis unter der Kuppel
R. Manuel Kressin und Sophie Oldenstein
ANNABERG-BUCHHOLZ, EDUARD VON WINTERSTEIN THEATER (ETO)
13. Castro, Ab in den Schrank
R. Felix Metzner
BADEN-BADEN, THEATER
20. Lewis, Sayer und...
Es geht um Politik, Frauen und Macht. «Die Ministerin» heißt der Text, den Dirk Kurbjuweit verfasst hat. Nach Romanen, Sach- und Drehbüchern und natürlich etlichen Artikeln hat der noch amtsfrische Chefredakteur des «Spiegel» sein erstes Theaterstück vorgelegt. Als «bitterböses Lehrstück» wird es vom Schleswig-Holsteini -schen Landestheater angekündigt. Hier, an...
