Du lebst nur einmal

Im Pariser Theaterherbst porträtieren Vincent Macaigne, Jonathan Capdevielle und Sylvain Creutzevault Tyrannen und Faschisten

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Richard III., Caligula, Hitler, es ist ein Herbst der Tyrannen in den Pariser Theatern. Kein Wunder angesichts des Weltzustands. Wie umgehen mit institutionellem Terror, Faschismus, Gewaltherrschaft? Die Regisseure Vincent Macaigne, Sylvain Creuzevault und Jonathan Capdevielle entscheiden sich für ein klassisches Konzept: Komik. Ist sie erst mal der Lächerlichkeit preisgegeben, hat die Diktatur von ihrem Schrecken schon viel eingebüßt.

Es ist eine ambivalente Sache, das wussten schon Charles Chaplin und Ernst Lubitsch.

Aber vielleicht ist es in diesen bedrückenden Kriegsund Terrortagen gleichwohl Balsam. «Avant la terreur» («Vor dem Terror») nennt Vincent Macaigne seine Shakespeare-Überschreibung in der Maison de la Culture MC93 in Bobigny. Ein wilder Ritt durch Shakespeares Plot, von dem in erster Linie die Figurennamen bleiben. Vor allem aber eine Wendung ins Heute. Eine Schlammschlacht (die ersten Zuschauerreihen sind mit Plastik abgedeckt). Eine Empörung: Für Macaigne verkörpert Richard (Pascal Rénéric) alles, was schlimm ist – er speit über Sozialabgaben und die Öffnung der Grenzen, schätzt fossile Energie über alles, stellt einzig sich selbst ins Zentrum, das diabolische ...

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Theater heute Januar 2024
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Andreas Klaeui

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