Bücher: Der westliche Blick
Das Buch «Spiel-Zeiten und Spiel-Räume des Theaters in Europas Osten» von Wolfgang Kröplin, der in Dresden und Leipzig als Dramaturg und Dozent für Dramaturgie und Kulturwissenschaften tätig war, erhebt den Anspruch einer Suche nach Spuren des im Westen nur wenig bekannten Theaters im Osten. Im Ergebnis ist es aber eine Spurensicherung des modernen revolutionären und nachexpressionistischen Theaters von Craig, Stanislawski, Reinhardt, Meyerhold, Tairow, Jessner, Piscator und Brecht in Ländern des europäischen Ostens.
Der «Osten» ist für Kröplin ein Geschichtsraum, der mit dem alten Sarmatien identisch ist. Gemeint sind die baltischen Länder, das lange polnische, später sowjetische Litauen bis zu den Ländern Jugoslawien und Georgien. In jenem Raum nun sucht der leidenschaftliche Theaterwissenschaftler «nach dem Antriebsgefüge, den Spielregeln und den Rahmenbedingungen für Theater, Theatrales und Theatralität».
Der zu erkundende Raum wird als ein exotischer Landstrich mit meistens düsterem Horizont markiert, in dem Fortschritt nur durch Westorientierung oder zumindest durch einen vom Westen übernommenen «utopielosen Pragmatismus» erreicht werden kann. Einziges Gegenbeispiel war ...
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Theater heute April 2021
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Klaus Völker
2./KARFREITAG
20.15, 3sat: Krieg und Frieden
Spielfilm (USA/Italien 1956) von King Vidor, mit Henry Fonda, Audrey Hepburn, Mel Ferrer, Anita Ekberg, Vittorio Gassman, Herbert Lom u.a.
4./OSTERSONNTAG
15.55, 3sat: Die größte Geschichte allerZeiten
Spielfilm (USA 1965) von George Stevens, mit Max von Sydow, Charlton Heston, Carroll Baker, John Wayne, Angela Lansbury...
Noch länger Lockdown und kein Ende! Es heißt also weiter nach Umund Auswegen zu suchen und der zwangsläufig medialen Vermittlung ein möglichst unverwechselbares – vielleicht sogar auf neue Weise unmittelbares? – Theatererlebnis abzutrotzen. Die Kammerspiele und das Kollektiv RAUM + ZEIT um Regisseur Bernhard Mikeska und Autor Lothar Kittstein, sonst ausgewiesene...
«Jedes Zeitalter hat den Vampir, den es braucht», fasste die Kulturwissenschaftlerin Nina Auerbach einmal ihre umfangreiche, Jahrhunderte übergreifende Analyse der nachtaktiven Mythengestalt zusammen. Um die legendären infektiösen Untoten, die ihrem Sarg entsteigen, um das Blut der Lebenden zu saugen und sie in Vampire zu verwandeln, dreht sich – zumindest im Kern...
