Festival 1: Double Feature
Neun Tage Festival, ein Dutzend Hochschulen, 23 Produktionen: «So viel junges Theater gab es beim Körber Studio noch nie», beschreibt Thalia-Intendant Joachim Lux die Ausgabe des diesjährigen Festivals «Körber Studio Junge Regie». Was euphemistisch nach Rekorden klingt, ist natürlich eine bittere Folge der Pandemie-bedingten Theaterschließungen. Entsprechend musste das Festival im vergangenen Jahr abgesagt werden, nun wurden die Jahrgänge 2020 und 2021 gemeinsam gezeigt – im Spielplan des Thalia Theaters, im digitalen Raum.
Vorrangig wurden vor allem die Regie-Arbeiten gestreamt, es gab aber auch Möglichkeiten für virtuelle Begegnungen, Austausch und Publikumsgespräche, um so zumindest einen Hauch Festival-Atmosphäre über die Bildschirme wehen zu lassen. Alles redliche Versuche, diese Festivalausgabe – trotz allem – zu einem Treffpunkt für junge Theaterschaffende, für ein theaterinteressiertes Publikum und die deutschsprachige Theaterszene zu machen. So gut oder schlecht das eben am Bildschirm geht.
«Es ist in diesen Zeiten ein ganz besonders wichtiges Moment, Zeichen zu setzen. Zeichen der Hoffnung«, konstatiert Lux außerdem, und so hat er es sich zur Aufgabe gemacht, den jungen ...
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Theater heute August/September 2021
Rubrik: Magazin, Seite 59
von Katrin Ullmann
Volker Klotz, 90 Jahre alt und noch immer emsig unerforschte Erzählstrukturen, obskure Märchenmotive und unerhörte Künste entdeckender Literaturhistoriker, Dramaturg und Theaterkritiker hat kürzlich seinen immer unkonventionell gestalteten Studien- und Handbüchern über die Operette, über Possen und bürgerliches Lachtheater, zur Radikaldramatik, zur Dramaturgie des...
AKT EINS. TAUBEN
Intro.
Hemerophile 1
/ Taubengurren1, elektronisch oder aus den Mündern der Darstellenden /
Die Taube bewegt ihren Kopf vor und zurück.
Sie ist kultiviert, zausig, meist grau, bisschen grün noch mit drin und auch lila.
Die Taube bewegt ihren Kopf vor und zurück.
Mehr Sexy, mehr Haltung, mehr Verve wär schön.
Die Taube pickt Dürüm, pickt...
Fast schien es, die Münchner Kammerspiele wären nach dem langen Lockdown ganz in ihren vielen sozialpolitischen Engagements auf den verschiedenen Plattformen und Kanälen aufgegangen und als Theater von der Bildfläche verschwunden, da sind sie plötzlich doch wieder da, auf der Bühne, mit zwei sperrig glitzernden Projekten, die zwar auch ganz im Sinne der...
