Felicia Zeller: Der Fiskus

© Felix Bloch Erben Verlag 2019

Theater heute - Logo

Gewidmet meinem Onkel Bernhard.
Dank an Sibylle Baschung, Oliver Schmaering, Bobby Henzler und Marion Pfaus.

 

Der Fiskus
In einem baufälligen Finanzamt versucht das Team um Sachgebietsleiterin Nele Neuer seiner täglichen Arbeit nachzugehen 

Die langjährige Finanzbeamtin Bea Mtinnen (55, gehobener Dienst) weiß so ziemlich alles über das komplizierte Steuerrecht, aber niemand fragt sie. Stattdessen wird eine jüngere Kollegin zur Sachgebietsleiterin befördert.

 

Für die ehrgeizige Nele Neuer (45, gehobener Dienst) bedeutet diese Beförderung noch nicht das Ende ihrer Karriere. Sie kann sich durchaus vorstellen in Zukunft die Leitung des gesamten Finanzamtes zu übernehmen. 

Kollegin Elfi Nanzen (28, mittlerer Dienst, vermutlich schwanger) winkt die Fälle, die sie nicht versteht, durch, alles andere regelt sie mit wachsender BeamtInnen-Strenge. 

Mit Ehemann Reiner Lös (30, mittlerer Dienst) verbindet sie die Freude an der gemeinsamen Veranlagung, bei der die Eheleute alle steuerlichen Möglichkeiten ausschöpfen. In seiner Freizeit betätigt sich der im Dienst eher behäbige Reiner als Singer-Songwriter, immer auf der Suche nach Inspiration für neue Liedtexte.  

Die begnadete ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute April 2020
Rubrik: Stückabdruck, Seite 99
von

Vergriffen
Weitere Beiträge
Frankfurt: Bitten um ein Ende

Es klopft, hämmert, dröhnt am Eisernen. Will da wer raus? Oder rein? Als der enorme Vorhang in die Höhe fährt, gibt er den Blick frei auf eine wüste Leere, durch die leiser Nebel wabert, auf einen gewaltigen Metallkubus, an dessen Wänden der Rost hinabtrieft (Bühne: Julia Kurzweg). Ein Unort, fürwahr, ein Unterschlupf oder vielleicht ein Gefängnis. Darin hausen, so...

Die deutsche Hütte

Susanne Sachsse ist irgendwie der Star des Abends: Mit ihrer Paraphrase des schwarzpädagogisch-klassischen Grimmschen Märchens vom eigensinnigen Kind, das seiner Mutter nicht gehorchte und daher auch dem Herrgott nicht gefiel, der es sterben ließ und das nach der Beerdigung im­mer wieder ein Ärmchen aus dem Grab reckt, als hätte es ihm Stephen King vorgesungen,...

Wien: Schwein gehabt

Hamlet ist in die Jahre gekommen. Im Frotteebademantel schlurft Branko Samarovski, 80, ein Urgestein des Burgtheaters, durch ein rotes Portal, das an eine Kasperlbühne erinnert, und flüstert den Anfang von Heiner Müllers berühmter «Hamletmaschine» (1977): «Ich war Hamlet. Ich stand an der Küste und redete mit der Brandung BLABLA.» Es ist ein zarter, leiser Anfang...