Berlin: Daddy cool

Falk Richter «In My Room»

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Was für ein Mann! 1926 geboren, Luftwaffenhelfer, Frontkämpfer im Zweiten Weltkrieg, schwer traumatisiert, später dann John-Wayne- und Johnny-Cash-Fan, Marlboro-Raucher, Haus­tyrann und oberstes Familiengesetz, der seinen Sohn, als er von dessen Homosexualität erfährt, erst mal zusammenschlägt, um die Telefonnummer von dessen Geliebtem aus ihm herauszuprügeln. Mit 93 im Pflegeheim dann hält er Tiraden gegen die CDU, «dieses katholische Pack / an denen war nie etwas christlich und an denen war nie etwas demokratisch / ein Sammelbecken für Altnazis, das war die CDU schon immer».

Thomas-Bernhard-Wutreden harmlos dagegen. 

Oder auch sehr eindrucksvoll: Vater war erst Hafenarbeiter in Flandern, später Lastwagenfahrer, «sah ein bisschen so aus wie Andrea Breth», hat gerne und lange über seine Gefühle geredet: «Einmal hat er meiner Schwester eine gekallt so richtig krass und dann mussten wir uns zwei Stunden anhören, dass er nicht verstehen könne, wieso.» Vor allem aber hat er seinen Sohn Benny immer sehr gern zum Ballett gefahren. 

Taners Papa wiederum interessiert sich vornehmlich für sein Auto und verliert dabei so einiges Zwischenmenschliche ein bisschen aus dem Blick. Nach fünf ...

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Theater heute April 2020
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Franz Wille

Vergriffen
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Spielen wie die Jungs

Zum Schluss winkt Medea mit ihrer neuen Familie ins Publikum, nicht triumphierend, sondern – so scheint es zumindest – ganz einfach glücklich. Mit Aigeus, dem König von Athen, hat sie zwei Töchter, ungefähr so alt wie die beiden Söhne, die sie eine Szene vorher sanft und sachlich er­stochen hat. Ihr ist gelungen, was auch ihr Ex Jason vorhatte, ein neues Leben...

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