Feindliche Übernahme?

Nach der Vereinigung 1990 werden viele Intendanten-Posten in der ehemaligen DDR neu besetzt. Knapp die Hälfte der neuen Theaterleiter kommt aus dem Westen. Auch die Rechtsformen der Bühnen ändern sich

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Vor allem ist da diese Angst. Wenn man heute die Artikel zur Endphase des DDR-Theaters 1990 durchblättert, dann springt sie den Leser geradezu an: Angst vor Schließung der Häuser, Angst vor Arbeitslosigkeit, Angst vor Identitätsverlust, Angst vor der Zukunft im Allgemeinen und Besonderen. Und mitten in diesen Wellen der Angst findet die Vereinigung der beiden deutschen Staaten statt – zwar nur als Beitritt nach Artikel 23 des Grundgesetzes und nicht mit Volksabstimmung und neuer Verfassung –, aber im­merhin.

«Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört», tönt Altkanzler Brandt, doch dieses Zusammen, das ist bald klar, wird ein weiter Weg sein. Ein Weg, in dem die vom Brandt-Nach-Nachfolger Kohl beschworenen «blühenden Landschaften» sich vor allem als Brachen von nicht genutzten Gewerbezentren darstellen: Gänseblümchen und Löwenzahn statt wirtschaftlicher Aufbruch.

Die Theater sehen diese Zukunft eher düster denn blumig. 1990 sind die Zuschauerzahlen im Osten eingebrochen, die Häuser unterstehen spätestens mit dem 3. Oktober 1990 den Kommunen und Kreisen, und die sind vor allem eines – klamm. Christoph Hein prokla­miert die DDR schon als reine Fußnote der Geschichte, doch die ...

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Theater heute Oktober 2015
Rubrik: Zeitgeschichte, Seite 60
von Torben Ibs

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